Nachbericht zum DVR/BSVI Web-Seminar 2026 zum Thema "Integrierte Verkehrsplanung und Verkehrssicherheit"

Verkehrssichere Gestaltung von Verkehrsnetzen im Fokus

Der DVR und die BSVI – die Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure wollen mit dem Ersten Seminar im Jahr 2026 Hintergrundwissen und vor allem die Zusammenhänge zwischen der RIN –der Richtlinien für integrierte Netzgestaltung“ und den Regelwerken der Straßenplanung sowie interessante Beispiele aus der Praxis präsentieren“ begrüßte Präsident Bernhard Knoop zu Beginn die rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Web-Seminars.

Integrierte Planung und Netzgestaltung bieten einen wesentlichen Ansatz zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, da sie alle Verkehrsteilnehmenden und Infrastrukturelemente in einem ganzheitlichen Ansatz berücksichtigen. „Das erste und grundlegendste Element, auf das ein Straßenplaner zu Beginn seiner Arbeit achten sollte, ist die Festlegung der Ziele und Anforderungen der zu planenden Straße. Über den Leitfaden „RIN -Richtlinien für integrierte Netzgestaltung" lässt sich eine moderne, sichere und nachhaltige Gestaltung von Verkehrsnetzen ableiten. Ziele sind neben einer abgestimmten, ganzheitlichen Planung von Straßen, die Festlegung der Standards und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit die Vermeidung von Konflikten für die Nutzer“, sagte Knoop. Durch die koordinierte Gestaltung von Straßen, Wegen, Kreuzungen und öffentlichen Verkehrsmitteln können Gefahrenpotenziale frühzeitig erkannt und sichere Verkehrsflüsse für alle Nutzergruppen gewährleistet werden.

Wie ein integriertes Verkehrsnetz für alle Verkehrsteilnehmenden sicher gestaltet werden kann und was aus den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN) zu beachten ist, haben die mehr als 680 Fachleute aus den Bereichen Planung, Betrieb und Instandhaltung von öffentlichen Verkehrswegen beim DVR/BSVI Web-Seminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) e.V. und der Bundesvereinigung der Straßenbau und Verkehrsingenieure e.V. (BSVI) am 26. März erfahren.

Professor Dr.-Ing. Markus Friedrich von der Universität Stuttgart gewährte aktuelle Einblicke in die RIN und erläuterte die Methoden und Verknüpfungen mit den Entwurfsregelwerken. Anschließend zeigte Yannik Wohnsdorf von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH anhand eines Forschungsprojektes, wie innerörtliche Verkehrswegenetze gestaltet werden können. Dr. Katja Engelen vom BSV BÜRO FÜR STADT- UND VERKEHRSPLANUNG DR.-ING. REINHOLD BAIER präsentierte abschließend die integrierte Ableitung von innerörtlichen Kfz- und Radverkehrsnetzen am Beispiel der Stadt Kleve.

„Ich freue mich sehr, dass unsere Seminarreihe ein solches Erfolgsmodell ist. Wir sind nun im dritten Jahr und haben durchschnittlich rund 500 Teilnehmende pro Web-Seminar“, sagt Andrea Kulpe-Winkler, Mitinitiatorin der Web-Seminare und Referatsleiterin Verkehrsinfrastruktur beim DVR. „Für eine solide Verkehrsplanung benötigt es neben grundlegendem Know-how auch Vernetzung und Weiterbildung“, so die Ingenieurin. „Laut den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts für das vergangene Jahr 2025 liegt die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr in Deutschland bei 2.814 Menschen. Das sind 44 Todesopfer mehr als im Vorjahr (2024: 2.770) und entspricht einem Anstieg von 2 %. Die gegenwärtigen Opferzahlen fordern uns alle auf bei der Verkehrssicherheitsarbeit nicht nachzulassen!“, so Knoop abschließend mit einem herzlichen Dank an die Teilnehmenden.

Das nächste DVR/BSVI Web-Seminar findet am 18. Juni von 10 bis 12:30 Uhr statt und behandelt das Thema „Zu Fuß voraus: Zukunftsfähige Fußverkehrsanlagen planen und gestalten“.

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