Bericht vom Konvent der Baukultur in Potsdam

Reiner Nagel präsentiert den Baukulturbericht 2026/2027; Foto: Kristin Baumert

Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Mitglieder des Stiftungsrates und des Beirates der Bundesstiftung Baukultur neu gewählt. Zudem stellte die Bundesstiftung erstmals öffentlich ihren neuen Baukulturbericht 2026/27 „Gestalten – Prozesse, Bauen, Zusammenhalt“ vor.

Der Baukulturbericht versteht sich als umfassende Bestandsaufnahme des Planens und Bauens in Deutschland. Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen aussagekräftigen Grafiken, die von der Bundesstiftung auch digital zur Verfügung gestellt werden und eine wertvolle Grundlage für Diskussionen und Argumentationen bieten.

Ein zentrales Thema des Berichts ist erneut die sogenannte „Phase 0“. In dieser frühen Projektphase werden die grundlegenden Ziele, Bedarfe und Rahmenbedingungen eines Vorhabens definiert. Der Bericht unterstreicht, dass hier die entscheidenden Weichen für Qualität und Nachhaltigkeit gestellt werden. Ebenso wird die Bedeutung einer langfristigen Betrachtung von Bauwerken betont, um deren Nutzung und Werterhalt dauerhaft zu sichern.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt während des Konvents auch die Rolle des Handwerks. Die Diskussion machte deutlich, dass hochwertige Baukultur ohne qualifizierte handwerkliche Leistungen nicht denkbar ist.

Der Baukulturbericht 2026/27 stellt die Gestaltung unserer gebauten Umwelt in den Mittelpunkt. Gebäude, Freiräume und öffentliche Plätze prägen unser Wohlbefinden und unser Zusammenleben unmittelbar. Nach Auffassung der Bundesstiftung Baukultur muss die Gestaltungsqualität daher wieder stärker zum Maßstab des Planens und Bauens werden. Gute Architektur, Ingenieurbauwerke und qualitätsvolle Freiräume entstehen dort, wo Projekte nicht isoliert betrachtet werden, sondern einen positiven Beitrag zu ihrem städtebaulichen Umfeld leisten.

Der Bericht gliedert sich in drei zentrale Themenfelder:

Prozesse gestalten
Zukunftsfähige Lebensräume entstehen durch sorgfältig strukturierte Planungs- und Beteiligungsprozesse. Eine frühzeitige Definition von Zielen und Anforderungen bildet die Grundlage für erfolgreiche Projekte.

Bauen gestalten
Die Gestaltung der gebauten Umwelt beeinflusst Gesundheit, Orientierung und Wohlbefinden. Besonders Grün- und Freiflächen leisten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und können mit vergleichsweise geringem Aufwand einen hohen baukulturellen Mehrwert schaffen.

Zusammenhalt gestalten
Gut gestaltete öffentliche Räume fördern Begegnung, Identifikation und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Besonders positiv wirken Projekte, bei denen Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Entwicklung ihres Quartiers oder ihrer Gemeinde mitwirken können.

Der vollständige Baukulturbericht 2026/27 steht auf der Internetseite der Bundesstiftung Baukultur oder hier zum Download bereit.

Dr. Jörg Biesler und Reiner Nagel im Gespräch; Foto: Konrad Rothfuchs

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