Preisträger

Die Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure e.V. – kurz BSVI – hat am 17. September in Koblenz herausragende Ingenieurleistungen mit dem Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2021 ausgezeichnet. Der begehrte Ingenieurpreis wurde vom BSVI-Präsidenten Matthias Paraknewitz gemeinsam mit den Staatssekretären Dr. Michael Güntner und Andy Becht in drei verschiedenen Kategorien verliehen: In der Kategorie »Baukultur« gewann das Tiefbauamt der Landeshauptstadt Kiel mit der "Umgestaltung der Holstenbrücke/ Neubau Kleiner Kiel-Kanal ("Holstenfleet"). Der Ingenieurpreis in der Kategorie »Innovation| Digitalisierung« ging an die INFRALYTICA GmbH aus Weimar mit ihrem Projekt "INFRA//TWIN - Digitale bildbasierte Zustandserfassung von Infrastrukturbauwerken". Als Preisträger in der Kategorie »Neue Mobilität« ging die Interlink GmbH und die TUHH mit ihrem Projekt "TaBuLa - Testzentrum für automatisiert verkehrende Busse" hervor.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer MdB, ist der Schirmherr für den Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr.

Kategorie Baukultur

In der Kategorie »Baukultur« wurde das Projekt „Umgestaltung der Holstenbrücke/ Neubau Kleiner Kiel-Kanal ("Holstenfleet)“ der Stadt Kiel ausgezeichnet. Die Jury würdigt damit Anstrengungen der Landeshauptstadt Kiel wie auch die der Bürgerinnen und Bürger, die an einem aufwendigen Beteiligungsverfahren teilgenommen haben, vor allem aber die Arbeit der Planer von „bgmr Landschaftsarchitekten“ sowie dem Ingenieurbüro Obermeyer in Potsdam. Die historische Struktur der alten Stadt aufgreifend, wurde ein alter Flusslauf wieder geöffnet und zu einem innerstädtischen Erlebnisraum umgestaltet. Dieser Raum - fantasievoll und in einer abwechslungsreichen Dramaturgie gestaltet, ohne dabei Konzessionen an den Zeitgeist zu machen - gibt den Bürgerinnen und Bürgern ein Stück Stadt an zentraler Stelle zurück. Mit der Herausnahme des bis zum Umbau dort abrollenden motorisierten Individualverkehrs ist diese Maßnahme auch ein gelungenes Beispiel hin in Richtung Mobilitätswende und schließlich sieht die Jury mit dem „Holstenfleet“ ein gutes Beispiel für das Leben am Wasser, das nicht zuletzt unter klimatischen Gesichtspunkten bedeutend ist.

In einer besseren Auflösung finden Sie das Video hier

Kategorie Innovation | Digitalisierung

Die Kategorie »Innovation | Digitalisierung« war auch in diesem Jahr mit 31 Einreichungen besonders stark besetzt. Mit großer Mehrheit erkannte die Jury den Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2021 in der Kategorie „Innovation | Digitalisierung“ der unter dem Titel „INFRA / TWIN – Digitale bildbasierte Zustandserfassung von Infrastruktur-Bauwerken“ eingereichten Arbeit der INFRALYTICA GmbH an. Die Jury sieht mit dieser an der Bauhaus-Universität in Weimar entwickelten Technologie einen zukunfts- wie ausbaufähigen Ansatz, um die anstehenden Aufgaben im Bereich der Bauerhaltung außerordentlich kostengünstig, effizient und damit höchst wirtschaftlich zu lösen. Die hochauflösende und georeferenzierende Technik, in deren Mittelpunkt die Weiterentwicklung der Drohnenkamera-Technologie steht, erlaubt die optische Analyse von Bauwerken auf einem enorm hohen technischen Niveau. Zeitraubende kostenintensive Vorbereitungen, wie sie bislang etwa durch den Aufbau von Gerüsten entstanden, können weitestgehend entfallen, auch der Personalaufwand zur Untersuchung von Brücken, Kirchen, Staumauern etc. kann damit zukünftig erheblich minimiert werden. Die Jury ist sich sicher, dass diese Technologie von Ostdeutschland aus ihren Weg in die Welt der Ingenieurskunst nehmen wird – nicht nur wegen der bereits erwähnten Vorzüge, sondern auch, weil das Verfahren Erkenntnisse (auch im historischen Längsschnitt) ermöglicht, die so bislang kaum oder nur unter großem Aufwand möglich sind.

In einer besseren Auflösung finden Sie das Video hier

Kategorie Neue Mobilität

Die Jury würdigt mit Ihrer Entscheidung in der Kategorie "Neue Mobilität" für "TaBuLa - Testzentrum für automatisiert verkehrende Busse" ein Projekt, das abseits der Oberzentren und Metropolregionen ein Beispiel dafür gibt, wie auch in den häufig bei den Verkehrsdebatten eher vernachlässigten Regionen Mobilität erhalten werden kann. So gewährleistet „TaBuLa“ ein wichtiges Stück öffentlicher Daseinsvorsorge, nicht nur, aber vor allem für ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen. Darüber hinaus gewährleistet die Interlink GmbH über „TaBuLa“ mit seinen weitergehenden Ambitionen etwa im Bereich der Warenanlieferung auch Service-Möglichkeiten, die zu schönen Hoffnungen berechtigen. Die Jury verbindet die Auszeichnung mit dem Wunsch, dass andere Kommunen im ländlichen Raum die Erfahrungen im Kreis Herzogtum Lauenburg aufgreifen und weiterentwickeln.

In einer besseren Auflösung finden Sie das Video hier