Vom Anbeginn der Zeit
Anekdoten, Fakten und Ausführliches über die BSVI seit Ihrer Entstehung
stilistisches Aufrissbild eines Jahrbuchs

Unser Archiv

bietet einen Überblick über 
Ingenieurbaukunst und die BSVI 
über die Jahrzehnte

Ausschussarbeit der BSVI
Arbeitsausschüsse und Arbeitsgruppen, Koordinierungsausschuss
Gründung

Nach der Satzung der BSVI konnte der Präsident Fachausschüsse und Arbeitskreise berufen, die sich aus ihrer Mitte die Vorsitzenden wählten. Die Satzung hat mehrfach Änderungen erfahren, wobei der jeweilige Präsident bzw. das Präsidium massgebliche Vorgaben und Erfahrungen eingebracht haben. So heißt es heute, dass das geschäftsführende Präsidium Fachausschüsse und Arbeitsgruppen zur Vorbereitung der Entscheidungen der Präsidialversamm-lung und der Delegiertenversammlung, sowie zur Umsetzung der Aufgaben der Bundesvereinigung einsetzen kann. Jede Landesvereinigung war aufgerufen, in die Fachausschüsse Mitarbeiter zu entsenden, die der Aufgabenstellung entsprechend besondere Erfahrungen einbringen konnten. Da diese Kollegen oft schon den gleichen Aufgabenbereich in ihrer Landesvereinigung abdeckten, ergab sich durch den Informationsfluss über die Gesamtheit der Landesvereinigungen gleichfalls ein beachtenswerter Rückfluss von Erkenntnissen in der Arbeit der Länder.
Entsprechend dem satzungsgemäßen Auftrag technische, wissenschaftliche, berufsständische und verkehrspolitische Bestrebungen auf Bundesebene zu pflegen, hat die BSVI auf der 1. Delegiertenversammlung 1965 zunächst die beiden Fachausschüsse für "berufsständische Fragen" und für "berufliche Fortbildung" gegründet. Erst 1973 kam der "Grundsatzausschuss" hinzu, der sich vorerst mit Satzungsfragen der BSVI und einer Bundesmustersatzung der VSVI'en und später mit Straßen- und Verkehrspolitik befassen sollte. In Anpassung an die Satzung bzw. die Aufgaben wurden dann in den Jahren 1981/82 der Grundsatzausschuss in "Ausschuss für Verkehrspolitik" und der berufsständische Ausschuss in "Ausschuss für Berufspolitik" durch jeweilige Präsidiumsbeschlüsse umbenannt. Anfang der 70er Jahre ruhte die Arbeit des "Ausschusses für berufliche Fortbildung". Er wurde später als "Ausschuss für Ingenieuraus- und -weiterbildung" wieder reaktiviert.

Ausschutzvorsitzende

Ausschuss für berufsständische Fragen (bis 1981)
Ausschuss für Berufspolitik (1981-1998)

1965-68 Dipl.-Ing. Bernhard Klaue (NI)
1968-78 Dipl.-Ing. Gert Willert † (SH)
1978-91 Dipl.-Ing. Helmut Nikolaus (NW)
1991-93 Dipl.-Ing. Werner Döhling (HE)
1993-98 Dipl.-Ing. Wolf-Dietrich Prager (SH)

Grundsatzausschuss (bis 1982)
Ausschuss für Verkehrspolitik (1982-98)

1973-77 Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Schmidt (NW)
1977-80 Dipl.-Ing. Heinz Böhnisch (HE)
1980-88 Dr.-Ing. Heinz Dressel (SH)
1988-91 Dipl.-Ing. Claudius Rotter (RP/SL)
1991-93 Dipl.-Ing. Wennemar Gerbens (NW)
1993-96 Dipl.-Ing. Werner Gautsch (HE)
1996-98 Dipl.-Ing. Jürgen Fellmann (NI)

Ausschuss für berufliche Fortbildung (bis 1970)
Auschuss für Ingenieuraus- und -weiterbildung (1977-98)

1965-68 Dr.-Ing. Ludwig Völkl (NI)
1968-70 Dr.-Ing. Heinz Jagau (HB)
1977-79 Dipl.-Ing. Heinrich Marg (HE)
1979-87 Prof. Hans-Günther Prehn † (NI)
1987-93 Dr.-Ing. Heinz Jagau (HB)
1993-97 Dipl.-Ing. Gerhard Bischof (ST)
1997-98 Dipl.-Ing. Uwe Dewes (NW

Koordinierungsausschuss seit 1998

1998-2007 Dipl.-Ing. Christiane Ehrhardt (TH)
ab 2007 Dipl.-Ing. Konrad Rothfuchs (HH)

Reform der Ausschussarbeit

Mitte der neunziger Jahre begann die Präsidialversammlung über die Reform der Ausschussarbeit nachzudenken. Drei Fachausschüsse mit Teilnehmern aus 15 Landesverbänden sprengten den finanziellen und organisatorischen Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit. Ziel der angestrebten Reform war es, die Effektivität der Ausschussarbeiten zu steigern und gleichzeitig die Kosten zu senken. Eine Arbeitsgruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, eine Lösung zu finden, ohne eine Satzungsänderung auf der Ebene der Bundesvereinigung erforderlich zu machen.

Nach längerer intensiver und auch kontroverser Diskussion auf Bundesebene und in den Landesvereinigungen zeigte die Reformarbeit des geschäftsführenden Präsidiums und der Präsidialversammlung Erfolg. Die bisherigen drei Ausschüsse der BSVI – Verkehrspolitik, Berufspolitik und Ingenieuraus- und -weiterbildung sind in einem Koordinierungsausschuss zusammengefasst worden. Die Ausschussarbeit ist damit grundlegend in ihren Strukturen verändert worden. Während der Jahresversammlung der BSVI am 23. Oktober 1998 in Berlin ist der Wechsel in der Ausschussarbeit vollzogen worden.

Die Arbeit des Koordinierungsausschusses ist seitdem in einer Geschäftsordnung geregelt. Jede Landesvereinigung benennt für maximal zwei mal drei Jahre ein Mitglied und einen Stellvertreter. Aus der Mitte des Ausschusses wird der Vorsitz und Vertretung gewählt. Präsidialversammlung oder geschäftsführendes Präsidium stellen ein Arbeitsprogramm auf bzw. geben Ad-hoc-Aufträge weiter. Anschließend bildet der Koordinierungsausschuss Arbeitsgruppen zu den jeweiligen Themen. Geleitet werden die Gruppen von einem Ausschussmitglied. Neben weiteren ein bis zwei Mitgliedern aus dem Ausschuss wird zusätzlicher Sachverstand durch Vertreter aus den VSVILandesverbänden oder durch externe Dritte hinzugezogen. Die Arbeitsergebnisse werden direkt der Präsidialebene zugeleitet.

Dipl.-Ing. Christiane Ehrhardt (VSVI Thüringen)

In seiner konstituierenden Sitzung hat der Koordinierungsausschuss Frau Dipl.-Ing. Christiane Ehrhardt (VSVI Thüringen) zu seiner ersten Vorsitzenden gewählt. Die wesentliche ,neue' Aufgabe des Koordinierungs-ausschusses ist es somit, aktuelle Themenfelder, die für die BSVI relevant sind, informativ, plakativ und medienwirksam aufzubereiten. Die Arbeits-ergebnisse des Ausschusses stellen für die BSVI ein wesentliches Mittel zur öffentlichkeits-wirksamen Außendarstellung dar und haben dementsprechend einen hohen Stellenwert für die Vereinigung. Neben Themen der Verkehrspolitik und der Standes-vereinigung bildet der BSVI-Preis mit seiner sehr hohen Medienpräsenz auch weiterhin einen Schwerpunkt der Arbeit des Ausschusses. Insgesamt hat die Ausschussarbeit durch die Reduzierung der Anzahl der ständigen Ausschussmitglieder und der direkteren Kommunikationswege zwischen den Ebenen eine deutliche Straffung der Arbeit erfahren. Eine zeitnähere Bearbeitung der Aufträge und zusätzliche Impulse durch fachlich ausgewählte VSVI-Experten unter Beibehaltung der föderalen Vielfalt der Landesvereinigungen im Koordinierungsausschuss sind positive Effekte der Reformarbeit. Selbstverständlich hat der Koordinierungssauschuss auch ein Initiativrecht für eigene wichtige Themenstellungen.

Arbeitsergebnisse der Ausschüsse

In den 3 Ausschüssen für "Grundsatzfragen / Verkehrspolitik", "berufsständische Fragen / Berufspolitik" und "Ingenieurausund -weiterbildung" wurde ein Arbeitspensum bearbeitet, das im Rückblick betrachtet einen Zeitspiegel über die Stellung des Ingenieurs in der Gesellschaft und das Berufsfeld des Strassenbau- und Verkehrsingenieurs skizziert. So wurden auch eine Anzahl von Gesprächen mit Politikern, Hochschulprofessoren, maßgeblichen Wirtschaftsverbänden, relevanten anderen Berufsverbänden geführt, die zur Vorbereitung von Stellungnahmen, Resolutionen, Veröffentlichungen und Ausstellungen führten. Sicher können und sollen wegen der Fülle nicht alle Punkte aus der 40-jährigen Geschichte aufgeführt werden, jedoch kann ein Abriss das Bemühen und das Erreichte von unseren in den Ausschüssen ehrenamtlich mitarbeitenden Kollegen aufzeigen. Auf eine Grussbotschaft des 1. BSVI-Präsidenten an den Bundesverkehrsminister im Jahre 1965 teilte der damalige Bundesverkehrsminister, Dr.-Ing. Seebohm, der BSVI in einem Antwortschreiben sein grosses Interesse und die Unterstützung bei der Behandlung von Fragen der fachlichen Fortbildung und der Lösung von berufsständischen Problemen mit. In den ersten Jahren galt das Bemühen einer Sicherung unseres Titels Ingenieur. Mit den Ingenieurgesetzen der Länder in den Jahren 1970/71 kam es endlich zu einem Schutz der Berufsbezeichnung "Ingenieur / Ingenieurin". Schon im Jahr 1973 gab die BSVI eine erste Veröffenlichung über "Ausbildung von Bauingenieuren" als Anleitung für Schulabsolventen heraus mit Darstellung des Studieninhaltes Bauingenieurwesen. In den weiteren Jahren folgte eine intensive Diskussion über die Ingenieurausbildung der Zukunft. Anstoß gab das Hoch- schulrahmengesetz mit Diplomierungs-, Nachdiplomierungsund Promotionsregelungen. Zur Reform von Studium und Prüfungen wurden Studienreformkommissionen in den Ländern eingerichtet, in denen die BSVI und die Landesvereinigungen durch Vertreter auf entsprechende Aufnahmeanträge beteiligt waren. Auf der 11. Delegiertenversammlung 1975 in Kassel wurde außerdem hierzu eine Pressemitteilung verabschiedet, die sich gegen ein Kurzzeit-Ingenieurstudium wendet. Ende der 70er Jahre beschäftigte man sich mit den auseinander driftenden Landesbauordnungen und mit den Einschränkungen im Bauvorlagerecht für Bauingenieure. Die Forderung ging an alle Bundesländer auf eine uneingeschränkte Vorlageberechtigung für Bauingenieure und Architekten. Anlässlich der Delegiertenversammlung 1984 in Hannover führte eine Ausschussvorlage zu einer Resolution für die Einrichtung von Ingenieurkammern in allen Bundesländern, da sich immer noch einige Länder politisch mit der Einrichtung dieser für alle am Bau tätigen Ingenieure schwer taten. Die Errichtung von Kammern wurde aber zur Wahrung von Berufs- und Standesinteressen für notwendig gehalten. Inzwischen sind in allen Bundesländern Ingenieurkammern eingerichtet.

Der Ausschuss für Berufspolitik mahnte schon Anfang 1984 einen fortschreitenden Strukturwandel im Hinblick auf die Verdrängung von Fachbeamten aus den höheren technischen Verwaltungspositionen an. Auf der Delegiertenversammlung 1976 in Köln wurde nach längerer Diskussion und Beantragung der Beitritt zum Zentralverband der Ingenieurvereine (ZBI) als großem Dachverband beschlossen. Die Kollegen der Ausschüsse für Berufspolitik und für Ingenieuraus- und -weiterbildung: Prof. Hans-Günther Prehn, Prof. Berthold Voth, Dipl.-Ing. K. H. Müller, Dipl.-Ing. Reinhold Schneider, Dipl.-Ing. Dieter Hein, Dipl.-Ing. Hartmut Franzke, Dipl.-Ing. Gunter Kamp, Dipl.-Ing. Wolfgang Holschuh und Dipl.-Ing. Hans-Günter Schiborski waren in verschiedenen Arbeitskreisen wie Ingenieurausbildung, Ingenieur im Öffentlichen Dienst und Ingenieure in der Gesellschaft vertreten. Der Vorsitzende des Ausschusses für Berufspolitik der BSVI, Herr Dipl.-Ing. Helmut Nikolaus, war einige Jahre Vizepräsident des ZBI.

Schon im Jahre 1969 wurde der Gedanke geboren, einen Unterausschuss für einen Ingenieurwettbewerb zu bilden. Mitglieder waren vor allen Dingen Universitätsprofessoren und Verwaltungschefs unter dem Vorsitz von Oberbaudirektor Konrad- August Damm. Mit diesem Wettbewerb sollten insbesondere junge Ingenieure angesprochen werden. Geplant war, den Wettbewerb alle zwei Jahre auszuschreiben, den 1. Preis mit 10.000,- DM zu dotieren und den Bundesminister für Verkehr für die Verleihung zu gewinnen. Dieses Konzept wurde auf der Delegiertenversammlung 1970 gutgeheissen, aber bereits 1971 wieder zu Grabe getragen. Der Schinkel-Preis-Wettbewerb in Berlin als Konkurrenzveranstaltung und hohe Bearbeitungskosten begründeten diesen Entschluss. Erst im Jahre 1982 wurde der Gedanke unter dem Präsidenten Dipl.-Ing. Helmut August wieder aufgegriffen und der zuständige Fachausschuss unter der Leitung von Herrn Dipl.-Ing. Helmut Nikolaus beauftragt, einen BSVI-Preis mit dem Motto "Straßen für den Bürger" zu entwickeln. Der Preis soll dazu dienen, Beispiele umweltgerechten Straßenbaues die als vorbildlich anzusehen sind und einen gerechten Umgang mit Ansprüchen von Mensch und Umwelt erkennen lassen, auszuzeichnen. Seitdem sind in zunächst dreijähriger Folge und später wegen des hohen Arbeitsaufwandes in vierjähriger Folge Preise ausgelobt und bearbeitet worden.
Die Ergebnisse der Wettbewerbe sind als Dokumentation bei den Preisverleihungen vorgestellt worden und später als Wanderausstellung durch die Landesvereinigungen gegangen. Zum Zwecke der Aus- und Fortbildung wurden über Jahre enge Kontakte zu allen Seminarbeauftragten der Landesvereinigungen gehalten und auf dieser Basis eine Zusammenstellung und Empfehlung von Themen für Seminare und Vortragsveranstaltungen als Loseblattsammlung erarbeitet. Hierbei sind auch die beiden Seminare über "Qualitätsmanagement" und "Öffentlichkeitsarbeit bei Straßenplanungen und Straßenbauarbeiten" hervorzuheben, die den Landesvereinigungen für Veranstaltungen angeboten wurden.

Im Jahre 1982 wird vom Präsidium beschlossen, sich um einen Kontakt und Umgang mit gesellschaftspolitisch relevanten Institutionen zu bemühen. Dieser Aufgabe stellten sich aus den Ausschüssen Prof. Hans-Günter Prehn für eine Verbindung zum VDI, Dipl.-Ing. Wolfgang Hohlschuh zur ÖTV im Bundestechnikerausschuss, Dipl.-Ing. Hans-Günter Schiborski zum- DAG-Bundesfachgruppenvorstand Technik ÖD und Oberprüfungsamt in Frankfurt und Dipl.-Ing. Hartmut Franzke zum DBB-Bund technischer Beamten.
Die Mitarbeit in diesen Verbandsgremien war eine willkommene Möglichkeit unsere Vorstellungen von der gesellschaftlichen Stellung der Ingenieure mit einzubringen. Das ging natürlich nicht ohne dass sich unsere Kollegen selbst in den jeweiligen Organisationen engagierten. Die Wahrnehmung dieser Mandate wurde bis zur Auflösung der Fachausschüsse im Jahre 1998 fortgesetzt.

Die allgemeine Nachwuchssorge und der eklatante Rückgang der Studienbewerber für das Studienfach Bauingenieur- und Verkehrswesen forderten Mitte der 80er Jahre eine Befassung mit dieser Problematik förmlich heraus. Unter dem Arbeitstitel "Berufsbild 2000" fand zunächst eine groß angelegte Bestandsabfrage bei den Technischen Universitäten/Hochschulen, Fachhochschulen und dem Oberprüfungsamt für den höheren technischen Verwaltungsdienst in Frankfurt/Main sowie dem Baugewerbe und der Bauindustrie statt. Hieraus wurden Überlegungen für den zukünftigen Ingenieurbedarf angestellt. In dem Berufsbild sollten dann auch die Ausbildung zum Straßenbau- und Verkehrsingenieur, seine Verantwortung im Beruf und die Ingenieuraufgaben der Zukunft angesprochen werden. Der Fakultätentag Bauingenieur- und Vermessungswesen und der Fachbereichstag Bauingenieurswesen befassten sich ebenfalls mit dem Problem des Rückganges der Studienbewerber für dieses Fachgebiet. Was lag also näher als eine gemeinsame Veröffentlichung herauszugeben. Im Mai 1990 war die Broschüre fertiggestellt und wurde unter dem Namen "Bauingenieure im Verkehrswesen -Aufgaben, Verantwortung, Studium, Zukunft" von der BSVIzusammen mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Jürgen W. Möllemann, in Münster der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit der Broschüre wurden gezielt u. a. Schulen und Arbeitsämter angesprochen.

Die Ausschüsse griffen Meldungen in den Medien und von Politikern auf und bereiteten Pressemitteilungen und Briefe an die zuständigen Minister des Bundes und der Länder oder Ministerkonferenzen (Kultusministerkonferenz) für die Präsidenten oder die Delegiertenversammlung vor. Dabei wurden Themen wie Verdrängung von Straßenbauingenieuren aus Städtebauwettbewerben, Aufnahme der Verbandsklage im Bundesnaturschutzgesetz, zur Studienreformkommission, Einführung der HOAI, Lärmschutzgesetzgebung, Salzverwendung auf den Straßen und die Anwendung von Herbiziden aufgegriffen. Hervorhebenswert sind hierbei auch die auf den Delegiertenversammlungen verabschiedeten Briefe und Resolutionen an den Bundeskanzler, an die zuständigen Fachminister oder die Haushalts- und Verkehrsausschüsse, worin auf die volle Anerkennung des Deutschen Ingenieurs im EWG/EU-Bereich und die u. E. zu geringe Mittelbereitstellung für die Unterhaltung und den Ausbau des Straßennetzes hingewiesen wurden. Nach der Wiedervereinigung wurde ein Brief des Präsidenten, Herrn Dipl.-Ing. Manfred Werz, an die Ministerpräsidenten der neuen Länder und den Staatssekretär im BMV über die Sorge für eine mögliche schnelle Gleichstellung der Ingenieure zum Erhalt der Personalkapazitäten in Verwaltung und Bauwirtschaft vorbereitet.
Die Themenpalette der Veröffentlichungen in den neunziger Jahren war stark geprägt von den verkehrspolitischen Diskussionen der Zeit. Mit kritischen Beiträgen zum "Kampf der (Verkehrs-) Systeme" und einer zunehmenden Öffnung zu neuen Themenkomplexen wurden Beiträge zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen geliefert. Standardwerke, wie Verkehr in den Städten und Verkehr 2000 beschäftigen sich mit verkehrsträgerübergreifenden multimodalen Ansätzen einer sozial- und umweltgerechten Verkehrspolitik. Als weitere zukunftsweisende Themen wurden Privatfinanzierung von Verkehrswegen, der Einsatz von Telematik und Visionen im Verkehrswesen, aber auch immer wieder Grundsatzthemen, wie Grenzen der Einsparungen und Neuorientierung der Straßenbauverwaltungen aufgegriffen. Einen Höhepunkt der Arbeit des Koordinierungsausschusses war sicherlich die umfangreiche Ausstellung Wege zu mehr Verkehrssicherheit, die mit Begleitheft erstmals in der Geschichte der BSVI in fast allen Landesvereinigungen mit der Präsentation in vielen unterschiedlichen öffentlichen Räumen vertreten war. Genau 30 Jahre nach Herausgabe einer Broschüre zur Ausbildung von Bauingenieuren hat die BSVI im Jahr 2003 erneut Informationen für Schüler und Studenten in einem Informationsblatt zusammengefasst, um so auf die künftige Berufssituation der Bauingenieure im Verkehrswesen und die Chancen und Möglichkeiten hinzuweisen. Die BSVI erfüllt mit dieser aktuellen, plakativen und informativen Schrift eine ihrer wichtigsten Aufgaben, die Werbung für den Nachwuchs im Berufsstand und später natürlich in den Landesvereinigungen der BSVI. Zur ergänzenden Information bietet die BSVI seit Mitte 2000 auch im Internet eine Übersicht der Ziele, Aufgaben und Aktivitäten der Vereinigung. Weiterhin dient der Auftritt unter den Internet-Adressen www.bsvi.de/ und www.vsvi.de/ als Portal für die Landesvereinigungen, die alle mit eigenen landesspezifischen Präsentationen vertreten sind. Ziel des Portals ist es, eine ständige zeitgemäße Weiterentwicklung des Angebotes mit Äußerungen zu aktuellen fach- und standespolitischen Themen, Präsentation von wesentlichen Arbeitsergebnissen des Ausschusses und der Landesvereinigungen zu gewährleisten. Insgesamt bilden die zahlreichen informativen und kreativen Broschüren der BSVI das breite ingenieurmäßige Wissen und die gesellschaftspolitische Verantwortung der Mitglieder der Vereinigung ab. Die Publikationen und Präsentationen dienen der Information der Mitglieder, wenden sich an die Fachöffentlichkeit und politische Entscheidungsträger.

Öffentlichkeitsarbeit und Veröffentlichungen

In den 40 Jahren BSVI sind in den Fachausschüssen und Arbeitskreisen eine Vielzahl von Themen bearbeitet worden, deren Ergebnisse durch Veröffentlichungen allen VSVI-Mitgliedern für deren Berufsarbeit als Hilfestellung und zur Weiterbildung zugänglich gemacht wurden. Darüber hinaus sind damit die Medien, Politiker, Universitäten, Schulen, Arbeitsämter und Verwaltungen angesprochen worden, um auf die Aufgaben und Arbeiten der BSVI aufmerksam zu machen. Das Spektrum der nachstehenden Veröffentlichungen reicht von Erhebungen über Verkehrsdaten, Behandlung von straßenbaupolitischen Fragen, dem Beziehungsfeld zwischen Straße und Schiene innerhalb eines integrierten Verkehrssystems, zu Vorschlägen zur Finanzierung und Einsparungen, Lösungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit wie Einsatz der Telematik, Verwaltungsstrukturveränderungen hin zur Darstellung des Berufsbildes des Bauingenieurs im Verkehrswesen.

Präsentation auf Veranstaltungen

Mitglieder der zuständigen Fachausschüsse haben Veranstaltungen organisiert, an denen andere relevante Institutionen teilgenommen haben, waren auf Messen vertreten und haben somit die Interessen der BSVI und seiner Mitglieder wahrgenommen. Die Mitwirkung an den Veranstaltungen führte zu Nachfragen über die Aktivitäten der BSVI aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland und zu spontanen Mitgliedsgesuchen von Einzelpersonen und Firmen. Einige Beispiele sollen diese Aktivitäten beleuchten:

  • 1970 BSVI und VSVI Rheinland-Pfalz und Saarland veranstalteten in Koblenz eine Tagung der Professoren des Straßen- und Verkehrswesens zum Thema "Ziele und Lehrinhalte zur Ausbildung von Bauingenieuren auf dem Gebiet des Straßenverkehrswesens"
  • 1982 Symposium des VDI in Bonn über Ingenieure im Öffentlichen Dienst
  • 1982 Technikerkongress des DBB
  • 1987 Messe "public design", in Frankfurt mit dem BSVI-Preis 1987
  • 1988 Internationale Verkehrsausstellung (IVA) in Hamburg, mit dem BSVI-Preis 1987
  • 1988 Internationale Straßen- und Verkehrskonferenz in Berlin, mit dem BSVI-Preis 1987
  • 1988 Im Rahmen der Bundespressekonferenz anlässlich der "Bonner Tage in Berlin" mit der Vorstellung der Broschüre "Daten zum Straßen- und Verkehrswesen"
  • 1988 Veranstaltung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR)
  • 1989 Baumaschinenmesse (Bauma) in München. Mitveranstalter eines Kolloquiums "Recycling - Umweltschutz - Straße" und mit der Ausstellung des BSVI-Preises 1987
  • 1989 BSVI und VDI veranstalten gemeinsam in Hannover die Tagung "Reifen - Fahrwerk - Fahrbahn"
  • 1990 Internat. Konferenz "Stadtverkehr wohin?" in Düsseldorf, mit der BSVI-Ausstellung "Wege zu mehr Verkehrssicherheit 1990"
  • 1990 Deutscher Straßen- und Verkehrskongress in Nürnberg, mit dem BSVI-Preis 1990 und der Ausstellung "Wege zu mehr Verkehrssicherheit"
  • 1991 Baufachmesse in Leipzig, mit 2 Vortragsveranstaltungen und dem BSVI-Preis 1990
  • 2002 Präsentation der Ausstellung "Wege zu mehr Verkehrssicherheit" in den Bundesländern
  • 2007 Deutscher Ingenieurtag Mannheim
  • 2007 Fakultätentag für Bauingenieure und Geodäsie e.V.
Der BSVI-Preis
wurde unter dem Motto "Straßen für den Bürger" zwischen 1984 und 2010 verliehen