Der Deutsche Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2017 geht nach Hamburg, Bremerhaven und Weilheim
Ingenieurpreis 2017
Schirmherrschaft
Ingenieurpreis 2017
Ingenieurpreis 2017
Deutscher Ingenieurpreis Straße und Verkehr
wird alle zwei Jahre in den Kategorien »Baukultur«, »Innovation« und »Verkehr im Dialog« verliehen
Skulptur
Die Preisskulptur 2017, fotografiert von Markus Gosse // BOXXOM.COM
  • Ingenieurpreis

Die Preisträger stehen fest!

Zum dritten Mal verlieh die Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure e.V. – kurz BSVI – am 22. September 2017 in der Bauhausstadt […]

weiterlesen

Jurysitzung
  • Ingenieurpreis

Jurysitzung Ingenieurpreis 2017

In diesem Jahr wird der „Deutsche Ingenieurpreis Straße und Verkehr“ nun bereits zum dritten Mal vergeben. Man könnte meinen, dass die […]

weiterlesen

Unser BSVI Mediencenter
enthält alle alten Beiträge zu den verschiedenen Themen
»Baukultur«

Die Nominierten

Stadtraumerneuerung Osterstraße
ARGUS Stadt- und Verkehrsplanung

Freiheitsplatz Hanau
club L94 Landschaftsarchitekten GmbH

Bundesstraße 23, Teilerneuerung der Echelsbacher Brücke
Staatliches Bauamt Weilheim

Der Preisträger

Bundesstraße 23, Teilerneuerung der Echelsbacher Brücke
Die Echelsbacher Brücke im Zuge der Bundesstraße 23, die in Oberbayern die Ammerschlucht zwischen Rottenbuch und Bad Bayersoien überspannt, ist ein Ingenieurbauwerk von Rang. 1929 vom Bauingenieur Joseph Melan konzipiert und realisiert, wurde beim Bau ein Stahlgitterbogen zunächst mit Kies vorbelastet und später durch gleich schweren Beton ersetzt. Diese nach dem Melan-Spangenberg-Verfahren erbaute Brücke ist die weitestgespannte ihrer Art weltweit und bildet somit nicht nur rechtlich ein technisches Denkmal besonderer Art. Seither war die Konstruktion – nicht zuletzt durch den stetig zunehmenden Verkehr – derart belastet, dass nicht nur eine Sanierung, sondern auch eine zukunftsweisende Ertüchtigung notwendig wurde. Mit viel Kreativität aus einem moderierten Planungsdialog und einem Ingenieurswettbewerb gelang es dem Staatlichen Bauamt Weilheim nicht nur, das gefährdete Denkmal zu erhalten und für die gestiegenen Ansprüche zu ertüchtigen. Mit einer sensiblen und klar ablesbaren Ergänzungskonstruktion werden die Kräfte abgeleitet, ohne das Denkmal übermäßig zu beeinträchtigen. Überdies werden Fauna und Flora in der natürlichen Umwelt respektiert und geschont, sodass ökologische, ökonomische und Verkehrsinteressen auf das schönste in Einklang gebracht werden. Die Jury zeigte sich nicht nur fasziniert von der filigran anmutenden Lösung, die Denkmal- und Naturschutz respektiert; sie ist auch beeindruckt davon, dass die Ästhetik der Konstruktion spüren lässt, wie avantgardistisch das Bauwerk bereits von 90 Jahren war. In der Kategorie „Baukultur“ erkennt die Jury deshalb einvernehmlich dieser Ingenieursleistung den ersten Rang zu.
(aus der Jurybewertung)

»Innovation«

Die Nominierten

eMobility CUBE Wolfsburg
Stadt Wolfsburg

Untersuchung der Qualität des Verkehrsablaufes auf Hauptverkehrsstraßen mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern
TSC Beratende Ingenieure für Verkehrswesen GmbH & Co, KG

Baustellen mit dem richtigen Touch koordinieren – Verkehrs- und Baustellenkoordination mit dem Softwaretool ROADS
Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer

Der Preisträger

Baustellen mit dem richtigen Touch koordinieren – Verkehrs- und Baustellenkoordination mit dem Softwaretool ROADS

Nach intensiver Diskussion der eingereichten Arbeiten zur Kategorie „Innovation“ hat die Jury mehrheitlich der Arbeit mit dem Titel „Baustellen mit dem richtigen Touch koordinieren – Baustellenkoordination mit roads in Hamburg“ den 1. Preis zuerkannt.

Es ist dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg LSBG gelungen, die komplexen Anforderungen der verschiedenen Baudienststellen, die in den Straßenverkehr eingreifen, zeitgemäß und zukunftsweisend für die Baustellenkoordination miteinander zu verknüpfen – und das auf lokaler, bezirklicher und Landesebene sowohl innerhalb Hamburgs als auch darüber hinaus. Mit der IT-Lösung „roads“ werden alle den Verkehr beeinträchtigende Straßenbaustellen samt Umleitungsstrecken visualisiert und mit Daten hinterlegt. So können die örtlichen und zeitlichen Auswirkungen einer Straßen-, ÖPNV- oder Spartenbaustelle auf den Verkehr samt Umleitungsstrecke, Ableitungsmöglichkeiten und Sondertransporten im Voraus durchgespielt und vereinbart werden. Besonders pfiffig ist der tischähnliche Touch-Screen, um den herum sich alle beteiligten Projektleiter turnusmäßig versammeln, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. Die Innovationskraft liegt nicht nur in der Verzahnung eines diffizilen Verkehrsgeschehens, sondern mehr noch in der Tatsache, dass auch mittelfristige Ereignisse wie Großkonzerte, die das Verkehrsgeschehen außerordentlich beeinflussen können, abgebildet und eingeplant werden können. So werden wirkungsvoll die Belastungen für alle Beteiligten – Bauschaffende wie Verkehrsteilnehmer und Anwohner – minimiert. Die Jury sieht hier nicht nur große Potenziale einer Weiterentwicklung, sondern hofft, dass dieses Programm auch in anderen vergleichbaren Ballungsräumen zur Anwendung kommt.
(aus der Jurybewertung)

»Verkehr im Dialog«

Die Nominierten

Bremerhaven ist Zukunft – Initiative 7+1
BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH

Verkehr im Dialog – Projektkommunikation „Radschnellwege“
P3 Agentur für Kommunikation und Mobilität

Dialogforum – Kommunikation zum Projekt Feste Fehmarnbeltquerung
Ministerium für Wirtschaft,Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein

Der Preisträger

Bremerhaven ist Zukunft – Initiative 7+1

Bremerhaven, die kreisfreie Stadt an der Wesermündung, kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Ende der 60er Jahre lebten hier knapp 150.000 Menschen. Die dann einsetzenden Veränderungen in den weltweiten Güter- und Transportbeziehungen haben hier enorme Verwerfungen zur Folge gehabt, an deren Ende sich die Einwohnerzahl um mehr als ein Viertel reduzierte. Stadt und Land Bremen haben in den Jahren seither erhebliche Anstrengungen unternommen, um den damit einhergehenden Auswirkungen in der politischen wie auch in der Bau-Kultur zu begegnen. Während sich in manchen Regionen der Republik, wo aufgrund ökonomischer und demographischer Entwicklungen vergleichbare Prozesse zu beobachten waren und sind, Resignation breitmachte, aktivierten die krisenhaften Prozesse in Bremerhaven den Aufbruchwillen von Bürgerinnen und Bürgern. Sie delegierten die Verantwortung für die Zukunft der Stadt nicht an die gewählten Institutionen sowie an deren Verwaltungen, sondern organisierten – ausgehend von der „Initiative 7 + 1“ – Gesprächskreise, in denen man sich mit Stärken und Schwächen der Stadtgesellschaft auseinandersetzte. Die Initiative befasste sich zum Beispiel im 4. World Café mit den verschiedenen Aspekten der Verkehrs- und Stadtplanung und erfand so in einem bemwerkenswerten Dialogverfahren die innerstädtischen Baukutur neu. Für die Stadteingängen und andere markante Punkte des urbanen Geschehens wurden Vorschläge erarbeitet. Es wurden Fachleute aus der Kommune sowie von außerhalb eingebunden, um mit ihnen kritisch und konstruktiv Szenarien für die Zukunft der einst so prosperierenden Hafenstadt zu entwickeln. Geschickt wurden dabei unterschiedliche Interessenlagen verknüpft. Die Jury zeigte sich von diesem zivilgesellschaftlichen Engagement begeistert, in der Beratung wurden die Anstrengungen etwa mit Attributen wie „herausragend“ und „außerordentlich“ charakterisiert, so dass man schnell und einvernehmlich zu dem Urteil kam: In der Kategorie „Verkehr im Dialog“ wird die „Initiative 7+1“ mit den Bremerhavener World Cafés mit dem 1. Preis ausgezeichnet – auch in der Hoffnung, daß anderen Kommunen Bremerhaven als ermutigendes Vorbild dienen möge.
(aus der Jurybewertung)

  • »Baukultur«
  • »Innovation«
  • »Verkehr im Dialog»

Die Nominierten

Stadtraumerneuerung Osterstraße
ARGUS Stadt- und Verkehrsplanung

Freiheitsplatz Hanau
club L94 Landschaftsarchitekten GmbH

Bundesstraße 23, Teilerneuerung der Echelsbacher Brücke
Staatliches Bauamt Weilheim

Der Preisträger

Bundesstraße 23, Teilerneuerung der Echelsbacher Brücke
Die Echelsbacher Brücke im Zuge der Bundesstraße 23, die in Oberbayern die Ammerschlucht zwischen Rottenbuch und Bad Bayersoien überspannt, ist ein Ingenieurbauwerk von Rang. 1929 vom Bauingenieur Joseph Melan konzipiert und realisiert, wurde beim Bau ein Stahlgitterbogen zunächst mit Kies vorbelastet und später durch gleich schweren Beton ersetzt. Diese nach dem Melan-Spangenberg-Verfahren erbaute Brücke ist die weitestgespannte ihrer Art weltweit und bildet somit nicht nur rechtlich ein technisches Denkmal besonderer Art. Seither war die Konstruktion – nicht zuletzt durch den stetig zunehmenden Verkehr – derart belastet, dass nicht nur eine Sanierung, sondern auch eine zukunftsweisende Ertüchtigung notwendig wurde. Mit viel Kreativität aus einem moderierten Planungsdialog und einem Ingenieurswettbewerb gelang es dem Staatlichen Bauamt Weilheim nicht nur, das gefährdete Denkmal zu erhalten und für die gestiegenen Ansprüche zu ertüchtigen. Mit einer sensiblen und klar ablesbaren Ergänzungskonstruktion werden die Kräfte abgeleitet, ohne das Denkmal übermäßig zu beeinträchtigen. Überdies werden Fauna und Flora in der natürlichen Umwelt respektiert und geschont, sodass ökologische, ökonomische und Verkehrsinteressen auf das schönste in Einklang gebracht werden. Die Jury zeigte sich nicht nur fasziniert von der filigran anmutenden Lösung, die Denkmal- und Naturschutz respektiert; sie ist auch beeindruckt davon, dass die Ästhetik der Konstruktion spüren lässt, wie avantgardistisch das Bauwerk bereits von 90 Jahren war. In der Kategorie „Baukultur“ erkennt die Jury deshalb einvernehmlich dieser Ingenieursleistung den ersten Rang zu.
(aus der Jurybewertung)

Die Nominierten

eMobility CUBE Wolfsburg
Stadt Wolfsburg

Untersuchung der Qualität des Verkehrsablaufes auf Hauptverkehrsstraßen mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern
TSC Beratende Ingenieure für Verkehrswesen GmbH & Co, KG

Baustellen mit dem richtigen Touch koordinieren – Verkehrs- und Baustellenkoordination mit dem Softwaretool ROADS
Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer

Der Preisträger

Baustellen mit dem richtigen Touch koordinieren – Verkehrs- und Baustellenkoordination mit dem Softwaretool ROADS

Nach intensiver Diskussion der eingereichten Arbeiten zur Kategorie „Innovation“ hat die Jury mehrheitlich der Arbeit mit dem Titel „Baustellen mit dem richtigen Touch koordinieren – Baustellenkoordination mit roads in Hamburg“ den 1. Preis zuerkannt.

Es ist dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg LSBG gelungen, die komplexen Anforderungen der verschiedenen Baudienststellen, die in den Straßenverkehr eingreifen, zeitgemäß und zukunftsweisend für die Baustellenkoordination miteinander zu verknüpfen – und das auf lokaler, bezirklicher und Landesebene sowohl innerhalb Hamburgs als auch darüber hinaus. Mit der IT-Lösung „roads“ werden alle den Verkehr beeinträchtigende Straßenbaustellen samt Umleitungsstrecken visualisiert und mit Daten hinterlegt. So können die örtlichen und zeitlichen Auswirkungen einer Straßen-, ÖPNV- oder Spartenbaustelle auf den Verkehr samt Umleitungsstrecke, Ableitungsmöglichkeiten und Sondertransporten im Voraus durchgespielt und vereinbart werden. Besonders pfiffig ist der tischähnliche Touch-Screen, um den herum sich alle beteiligten Projektleiter turnusmäßig versammeln, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. Die Innovationskraft liegt nicht nur in der Verzahnung eines diffizilen Verkehrsgeschehens, sondern mehr noch in der Tatsache, dass auch mittelfristige Ereignisse wie Großkonzerte, die das Verkehrsgeschehen außerordentlich beeinflussen können, abgebildet und eingeplant werden können. So werden wirkungsvoll die Belastungen für alle Beteiligten – Bauschaffende wie Verkehrsteilnehmer und Anwohner – minimiert. Die Jury sieht hier nicht nur große Potenziale einer Weiterentwicklung, sondern hofft, dass dieses Programm auch in anderen vergleichbaren Ballungsräumen zur Anwendung kommt.
(aus der Jurybewertung)

Die Nominierten

Bremerhaven ist Zukunft – Initiative 7+1
BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH

Verkehr im Dialog – Projektkommunikation „Radschnellwege“
P3 Agentur für Kommunikation und Mobilität

Dialogforum – Kommunikation zum Projekt Feste Fehmarnbeltquerung
Ministerium für Wirtschaft,Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein

Der Preisträger

Bremerhaven ist Zukunft – Initiative 7+1

Bremerhaven, die kreisfreie Stadt an der Wesermündung, kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Ende der 60er Jahre lebten hier knapp 150.000 Menschen. Die dann einsetzenden Veränderungen in den weltweiten Güter- und Transportbeziehungen haben hier enorme Verwerfungen zur Folge gehabt, an deren Ende sich die Einwohnerzahl um mehr als ein Viertel reduzierte. Stadt und Land Bremen haben in den Jahren seither erhebliche Anstrengungen unternommen, um den damit einhergehenden Auswirkungen in der politischen wie auch in der Bau-Kultur zu begegnen. Während sich in manchen Regionen der Republik, wo aufgrund ökonomischer und demographischer Entwicklungen vergleichbare Prozesse zu beobachten waren und sind, Resignation breitmachte, aktivierten die krisenhaften Prozesse in Bremerhaven den Aufbruchwillen von Bürgerinnen und Bürgern. Sie delegierten die Verantwortung für die Zukunft der Stadt nicht an die gewählten Institutionen sowie an deren Verwaltungen, sondern organisierten – ausgehend von der „Initiative 7 + 1“ – Gesprächskreise, in denen man sich mit Stärken und Schwächen der Stadtgesellschaft auseinandersetzte. Die Initiative befasste sich zum Beispiel im 4. World Café mit den verschiedenen Aspekten der Verkehrs- und Stadtplanung und erfand so in einem bemwerkenswerten Dialogverfahren die innerstädtischen Baukutur neu. Für die Stadteingängen und andere markante Punkte des urbanen Geschehens wurden Vorschläge erarbeitet. Es wurden Fachleute aus der Kommune sowie von außerhalb eingebunden, um mit ihnen kritisch und konstruktiv Szenarien für die Zukunft der einst so prosperierenden Hafenstadt zu entwickeln. Geschickt wurden dabei unterschiedliche Interessenlagen verknüpft. Die Jury zeigte sich von diesem zivilgesellschaftlichen Engagement begeistert, in der Beratung wurden die Anstrengungen etwa mit Attributen wie „herausragend“ und „außerordentlich“ charakterisiert, so dass man schnell und einvernehmlich zu dem Urteil kam: In der Kategorie „Verkehr im Dialog“ wird die „Initiative 7+1“ mit den Bremerhavener World Cafés mit dem 1. Preis ausgezeichnet – auch in der Hoffnung, daß anderen Kommunen Bremerhaven als ermutigendes Vorbild dienen möge.
(aus der Jurybewertung)

Fotos der Preisverleihung 2017
gesammelt in einer Bildergalerie
Das Entstehen der Skulptur
für den Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr
Der BSVI-Preis
wurde unter dem Motto »Straßen für den Bürger« zwischen 1984 und 2010 verliehen