Vom Anbeginn der Zeit
Anekdoten, Fakten und Ausführliches über die BSVI seit Ihrer Entstehung
Vorgeschichte

Mit der Gründung der Bundesrepublik im Jahre 1949 war ein ungeheurer wirtschaftlicher Aufschwung verbunden. Durch diese Entwicklung nahm der Kraftfahrzeugverkehr explosionsartig zu. Das vorhandene Straßennetz der Vorkriegsjahre war – sowohl vom Zustand, als auch von der Struktur her – diesem in keiner Weise gewachsen. Vom Bund, den Ländern, den Landkreisen und den Gemeinden wurden deshalb außergewöhnliche Anstrengungen unternommen, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen und damit den Wirtschaftsaufschwung zu unterstützen. Die finanziellen Voraussetzungen für einen großzügigen Straßenbau schuf der Bund durch entsprechende gesetzliche Regelungen, wie das Straßenbaufinanzierungs-gesetz, das Mineralölsteuergesetz und das Kraftfahrzeugsteuergesetz. Die Verbesserungen und Erweiterungen des Straßennetzes hatten eine rasche Weiterentwicklung der Technik, sowohl bei der Planung als auch beim Bau, zur Folge.

Die Aufstellung und Fortschreibung der für den Straßenbau notwendigen Vorschriften und Richtlinien hatte die Forschungsgesellschaft für das Straßen- und Verkehrswesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrs-ministerium übernommen. Doch gab es keine Institution, welche die Planer und die Bauausführenden mit dem laufenden und raschen Fortschritt und den sich fortwährend ergebenden Änderungen vertraut gemacht hätte. Weder staatliche noch private Einrichtungen hatten sich bis Anfang der 60er Jahre dem Problem der beruflichen Fortbildung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure angenommen. Das Personal der Baufirmen und der Bauverwaltungen nahm laufend zu. Auch kamen bei der Planung und der Baudurchführung in immer stärkerem Maße Ingenieurbüros zum Einsatz.

Portraitbild von Konrad-August Damm

Vor diesem Hintergrund ergriffen – in verschiedenen Bundesländern – die im Bereich des Straßenbaus arbeitenden Ingenieure zur Selbsthilfe und nahmen ihre berufliche Fortbildung in die Hand. Ihr Grundgedanke war, alle im Bereich des Straßenbaus arbeitenden Ingenieure, sei es bei den staatlichen oder kommunalen Verwaltungen, sei es bei den Bau-firmen, den Ingenieurbüros, den wissenschaft-lichen Hochschulen oder auch den im Verkehrs-bereich tätigen Betrieben (z. B. Signalanlagen, Schilderfabriken o. ä.) in einem Verein zusammenzufassen, um technische und wissenschaftliche Fortbildung zu betreiben. Gleichzeitig wurde der Wunsch geäußert, das Berufsbild des Ingenieurs zu pflegen, berufsständige Bestrebungen zu fördern und darüber hinaus auch ein geselliges Zusammensein der Mitglieder zu ermöglichen. Vorreiter in dieser Entwicklung war Schleswig Holstein, wo bereits am 2. Juli 1956 unter Vorsitz von Herrn ERICH KLOSS die VSVI Schleswig Holstein gegründet wurde. 

Es folgte am 17. 11. 1960 die VSVI Niedersachsen unter Vorsitz von Herrn KONRAD-AUGUST DAMM, am 19. Juli 1963 die VSVI Hamburg unter Vorsitz von Herrn OTTO SILL und am 30. 01. 1963 die VSVI Bremen unter Vorsitz von Herrn ANTON KURP. Auffallend ist, dass in all diesen Ländern jeweils die Leiter der Straßenbauverwaltungen Gründungsvorsitzende waren. Nach Gründung der VSVI Bremen lag es nahe, über eine Zusammenfassung der vier Landesverbände im norddeutschen Raum nachzudenken.

Gründung der BSVI

Am 25. Oktober 1963 lud ERICH KLOSS in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der VSVI Schleswig-Holstein Vertreter der vier bestehenden Vereinigungen in das Hotel "Reichshof" nach Hamburg ein und schlug vor, einen Dachverband zu gründen, der auf Bundesebene "die Ziele der Landesvereinigungen wesentlich fördern und auch an höchster Stelle der Legislative und Exekutive der Bundesrepublik vertreten kann". Besonders hinsichtlich der Wahrung und Vertretung berufsständiger Belange sei der Dachverband notwendig. Dabei wurde auch die Frage diskutiert, ob vier Landesvereinigungen zur Gründung eines Dachverbandes auf Bundesebene ausreichen oder ob es nicht zweckmäßiger sei, zunächst nur einen Dachverband für den norddeutschen Raum zu gründen. Nachdem bekannt war, dass man in anderen Bundesländern die Gründung von weiteren Vereinigungen in Erwägung zog, sprachen sich die Vertreter aller vier Landesvereinigungen für die Gründung eines Dachverbandes auf Bundesebene aus. Sie vereinbarten, eine Satzung zu verabschieden, die auch weiteren Landesvereinigungen den Beitritt ohne weiteres ermöglicht und fassten folgenden Beschluss:

Die in der heutigen Versammlung anwesenden Vorstände von vier Ländervereinigungen gründen mit sofortiger Wirkung eine Dachorganisation im Sinne einer Bundesvereinigung. Dies Bundesvereinigung erhält den Namen Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure und führt die Kurzbezeichnung BSVI.

Nach dem Gründungsakt wird auf der Grundlage der von den Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein ausgearbeiteten Vorschläge eine "vorläufige" Satzung beraten und verabschiedet. Gleichzeitig beschließt man, dass die Vereinigung von Schleswig Holstein als älteste das erste Präsidium stellt, und dieses Präsidium bis zum 31. 12. 1964 amtieren soll. Schließlich wird für das Jahr 1964 ein Beitrag in Höhe von 1,- DM pro Mitglied und Jahr, festgelegt, der auf die Mitglieder der Ländervereinigungen nach dem Stand vom 25. 10. 1963 zu erheben ist. Zusammenfassend war es ein sehr weitsichtiger Beschluss, der nach 40 Jahren Anlass gibt, ein Jubiläum zu feiern.

Entwicklung der BSVI nach der Gründung bis heute
1990

Bei der ersten Delegiertenversammlung am 15. Januar 1965 hatten die der BSVI angehörenden vier Landesvereinigungen insgesamt rd. 2.400 Mitglieder. Am 24.05.1965 erfolgte die Gründung der VSVI in Nordrhein- Westfalen, am 13. 05. 1966 in Rheinland-Pfalz und am 05.12.1966 in Baden-Württemberg. Dementsprechend stieg die Mitgliederzahl der in der BSVI vertretenen Landesverbände bis zur 3. Delegiertenversammlung am 09. 12. 1966 in Hannover auf ca. 4.500. Nach der Gründung der VSVI Hessen am 16.11.1967 erhöhte sie sich bis zur 4. Delegiertenversammlung am 26.01.1968 in Wiesbaden auf rd. 6.000 . Der Gründung der VSVI Berlin am 14. 03. 1969 folgte am 18. 04. 1969 die Gründung der VSVI Saarland, die sich zum gleichen Zeitpunkt mit der VSVI Rheinland-Pfalz zur VSVI Rheinland-Pfalz und Saarland zusammenschloss. Dementsprechend hatten die Landesverbände bei der 5. Delegiertenversammlung am 18.04.1969 in Saarbrücken rd. 8.000 Mitglieder. Diese Zahl erhöhte sich bis 1976 auf rd. 12.000. Die VSVI Bayern wurde 1976 gegründet. Sie war zunächst ordentliches Mitglied der BSVI, trat aber 1979 wegen Problemen hinsichtlich der Mitgliedschaft im ZBI wieder aus. Sie wurde nur noch als sogenanntes "kooperatives" Mitglied geführt.

9 Jahre später, am 01. 01.1988 war die VSVI Bayern wieder Vollmitglied. Der Mitgliederstand der in der BSVI vertretenen Landesverbände schwankte von 1977 bis 1987 zwischen 12.000 und 12.800 und stieg nach dem Wiedereintritt Bayerns im Jahr 1988 auf rd. 14 600. Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 kamen in den neuen Bundesländern dazu: am 26.03. die VSVI Thüringen, am 27.04. die VSVI Sachsen-Anhalt, am 31.05. die VSVI Sachsen und am 14.06. die VSVI Brandenburg. Im Jahr 1991 folgte als letztes Land die VSVI Mecklenburg-Vorpommern. 

Die BSVI vertrat bei der 26. Delegiertenversammlung am 21.09.1990 in Neustadt/W insgesamt 14.188 Mitglieder der Landesverbände. Die Zahl erhöhte sich in den folgenden Jahren ständig und erreichte bis zur Jahresversammlung in Berlin am 23.10.1998 mit 19.018 ihren Höchststand. Bei der 32. Delegiertenversammlung am 08.10.1999 in Hamburg waren in der BSVI 19.154 Mitglieder der Landesverbände vereinigt. Bis heute ist eine ständige Zunahme der Mitgliederzahlen zu verzeichnen, eine - trotz der starken Schwankungen der Bedeutung des Straßenbaus im politischen Bereich - sehr erfreuliche Feststellung.

1998
Die Satzung der BSVI und Ihre Änderungen in 40 Jahren

Die "vorläufige" Satzung vom 23. Oktober 1963

Wie bereits berichtet, wurde bei der Gründung der BSVI am 23. Oktober 1963 eine "vorläufige" Satzung beschlossen. Als wesentliche Punkte dieser Satzung sind zu nennen:

  • Die Vereinigung führt den Namen "Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure (BSVI)". Sie hat ihren Sitz am Wohnort ihres amtierenden Präsidenten.
  • Zweck der Bundesvereinigung ist, die in den Bundesländern bestehenden Vereinigungen gleicher Art zu einem Dachverband zusammen zu schließen und deren Ziele auf Bundesebene zu vertreten.
  • Mitglieder können alle Landesvereinigungen werden, soweit sie den Status e. V. haben.

Organe der Bundesvereinigung sind die Delegiertenversammlung, das Präsidium und die Fachausschüsse.

Die Delegiertenversammlung ist oberstes Organ der Bundesvereinigung.

Sie setzt sich zusammen aus dem Präsidium, dem Vorsitzenden und den Delegierten der Landesver-einigungen. Auf je 100 Mitglieder und angefangene 100 Mitglieder einer Landesvereinigung entfällt eine Delegiertenstimme. Die Mitglieder des Präsidiums und die Vorsitzenden der Landesvereini-gungen haben ebenfalls eine Stimme. Die Delegiertenversammlung findet in jedem Jahr einmal statt. Sie wird mindestens 8 Wochen vorher angekündigt und vier Wochen vor dem Termin vom Präsidium durch schriftliche Ladung mit Angabe des Ortes, der Zeit und der Tagesordnung einberufen. Sie ist ohne Rücksicht auf die Zahl der Stimmberechtigten beschlussfähig. Außerordentliche Delgierten-versammlungen sind vom Präsidium einzuberufen, wenn mindesten 3 Landesvereinigungen die Einberufung schriftlich mit Angabe der Gründe beim Präsidium beantragen.

Der Delegiertenversammlung steht zu:

  1. Die Beschlussfassung über die Satzung und deren Änderung,
  2. den Geschäftsbericht des Präsidiums entgegenzunehmen und dem Präsidium Entlastung zu erteilen,
  3. über Anträge der Mitglieder und der Organe zu beraten und zu beschließen,
  4. die Jahresbeiträge festzusetzen, über den vom Präsidium aufzustellenden Haushaltsplan zu beraten und zu genehmigen,
  5. die Wahl der Kassenprüfer und ihre Ersatzleute,
  6. die Wahl eines Ehrenrates,
  7. die Beschlussfassung über die Auflösung und die Verwendung des Vermögens,
  8. die Wahl des geschäftsführenden Vorstandes.

In das Präsidium entsendet jede Landesvereinigung ein Präsidiumsmitglied. Die Mitglieder des Präsidiums können bis auf die durch die Delegiertenversammlung in den geschäftsführenden Vorstand gewählten Mitglieder jederzeit ausgewechselt werden. Aus den Mitgliedern des Präsidiums wählt die Delegiertenversammlung jedes Jahr den geschäftsführenden Vorstand bestehend aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und dem Schatzmeister.

Dem Präsidium obliegt:

  1. Die Delegiertenversammlung einzuberufen und ihre Tagesordnung aufzustellen,
  2. der Delegiertenversammlung einen Geschäftsbericht vorzulegen,
  3. den Haushaltsplan der Bundesvereinigung aufzustellen,
  4. die Beschlüsse der Delegiertenversammlung auszuführen,
  5. die Aufnahme neuer Mitglieder und der Ausschluss von Mitgliedern,
  6. die Bildung und Zusammensetzung von Fachausschüssen.

Die vom Präsidium berufenen Fachausschüsse geben sich für ihre Tätigkeit eine Geschäftsordnung und wählen ihren Vorsitzenden selbst. In der ersten Delegiertenversammlung am 15. 01. 1965 in Hamburg wurde ein Antrag der VSVI Schleswig-Holstein, die Dauer der Präsidentschaft von einem auf zwei Jahre zu verlängern, mit 18 gegen 12 Stimmen abgelehnt.

Satzungsänderung vom 26. Januar 1968

Die als "vorläufig" bezeichnete Satzung von 1963 wird erstmals in der 4. Delegiertenversammlung am 26. 01. 1968 in Wiesbaden in folgenden Punkten geändert:

  • Wesentlich ist die Neufassung des § 8 - Delegiertenversammlung -, der die Stimmübertragung innerhalb einer Landesvereinigung in der Weise ermöglicht, dass bis zu drei Delegiertenstimmen auf eine Person vereinigt werden können. Damit wurde eine Kostensenkung für die Landesvereinigungen und eine weitgehende Ausnutzung der Stimmen erreicht. Diese Handhabung hat sich bewährt und gilt heute noch.
  • Des weiteren wurde in § 17 für alle Beschlüsse der Delegiertenversammlung die erforderliche 2/3 Mehrheit festgelegt (seither einfache Mehrheit).
  • Der § 12 – Präsidium – wurde ergänzt und dadurch der Präsident ermächtigt, in den geschäftsführenden Vorstand nach seiner Wahl zwei Mitglieder zur Unterstützung der Geschäftsführung zu berufen, die allerdings nur beratende Stimme haben.
  • Schließlich wurden durch eine Änderung des § 16 die Fachausschüsse berechtigt, eigenen Anträge zur Delegiertenversammlung zu stellen.

Satzungsänderung vom 18. April 1969

In der 4. Delegiertenversammlung am 18. 04. 1969 in Saarbrücken werden folgende Änderungen der weiterhin als "vorläufig" geltenden Satzung beschlossen:

  • Neben den Landesvereinigungen kann nun auch die Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen e.V. Mitglied der BSVI werden.
  • Nach der Neufassung des § 12 – Präsidium – wählt die Delegiertenversammlung alle 3 Jahre aus den von den Landesvereinigungen in das Präsidium entsandten Mitgliedern den geschäftsführenden Vorstand (Präsident, Vizepräsident und Schatzmeister).

Satzung vom 14. Mai 1981 (erste "endgültige" Fassung)

Nach gründlicher Vorbereitung unter Zuziehung eines Notars wird in der 17. Delegiertenversammlung am 14. Mai 1981 in Münster nach einer sehr lebhaften und gründlichen Diskussion eine neue Satzung verabschiedet. Damit wurden die Voraussetzungen für eine Eintragung der Vereinigung in das Vereinsregister geschaffen. Die Vereinigung führt nach § 1 nun den Namen "Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure BSVI e.V. " Als Sitz der Vereinigung wird Hannover festgelegt. Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgt am 14. Oktober 1981 beim Amtsgericht Köln unter der Nr. 8207. Als wesentliche Änderungen in der nunmehr "endgültigen" Fassung sind zu nennen:

  • Nach § 2 wird der Zweck der Vereinigung neu formuliert und wesentlich erweitert. Danach soll die Vereinigung die in den einzelnen Ländern bestehenden Landesvereinigungen der Straßenbau- und Verkehrsingenieure als Dachverband in der Bundesrepublik Deutschland vertreten, Belange der Landesvereinigungen bei übergeordneten Angelegenheiten wahrnehmen, Ziele und Aufgaben der Landesvereinigungen koordinieren, technische, wissenschaftliche, berufs- und verkehrspolitische Bestrebungen auf Bundesebene pflegen und durch Zusammenarbeit mit sonstigen technischen und berufspolitischen Vereinigungen national und international fördern.
  • Neu ist die in § 3 - Mitgliederbeiträge - getroffene Regelung, für Pensionäre und Rentner einen Beitrag von 50 % zu erheben.
  • Nach § 5 gehören zu den Organen der BSVI die Delegiertenversammlung, das Präsidium und das geschäftsführende Präsidium gemäß § 26 BGB, jedoch nicht mehr die Fachausschüsse.
  • Die seitherigen §§ 7 bis 10 unter der Überschrift "Delegiertenversammlung" werden in einem einzigen Paragraphen zusammengefasst, der Inhalt aber nur unwesentlich geändert.
  • Neu ist der Begriff des "Geschäftsführenden Präsidiums", das aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und dem von der Delegiertenversammlung - auf Vorschlag des Präsidenten - gewählten Schatzmeister besteht. Präsident und Vizepräsident werden auf drei Jahre gewählt.
  • Neu ist auch die Schaffung der Position eines Geschäftsführers, der vom Präsidium auf Vorschlag des geschäftsführenden Präsidiums bestellt wird und dem durch das geschäftsführende Präsidium Vollmacht zur Vertretung der Vereinigung erteilt werden kann. Er hat an allen Präsidialsitzungen teilzunehmen.
  • Der neue § 8 regelt die Arbeit der Fachausschüsse und Arbeitskreise. Die Mitglieder werden vom geschäftsführenden Präsidium berufen. Die Fachausschüsse und Arbeitskreise geben sich für ihre Tätigkeit eine Geschäftsordnung. Aus ihrer Mitte wird jeweils der Vorsitzende gewählt.
  • Schließlich wird im neuen § 9 die Rechnungsprüfung neu geregelt.

Die Satzung vom 18. Mai 1981 war die erste, die nicht mehr den Beinamen "vorläufig" führte und in der alle bisher bekannten Probleme der Vereinigung berücksichtigt waren. 18 Jahre hatte es gebraucht, bis diese Regelung gefunden war und damit die Voraussetzungen für die Eintragung der Vereinigung in das Vereinsregister gegeben waren.

Satzung vom 30. September 1993

Die Satzung von 1981 wurde in der 29. Delegiertenversammlung am 30. September 1993 in Nördlingen durch eine neue Satzung ersetzt. Die wichtigsten Änderungen sind:

  • Vollkommene Neuformulierung des § 2 unter der Überschrift Zweck und Aufgabe:
    • Danach sind Zweck und Aufgabe der Vereinigung insbesondere:
      • Förderung der fachtechnischen und wissenschaftlichen Weiterbildung auf dem Gebiet des Straßen- und Verkehrswesens,
      • die Formulierung und Förderung zukunftsorientierter, umweltgerechter Verkehrskonzepte,
      • Pflege der Baukultur,
      • Förderung des fachübergreifenden Gedankenaustausches,
      • Förderung des Berufsstandes,
    • Diese Aufgaben sollen erfüllt werden durch:
      • Jahrestagungen mit Fachvorträgen, Podiumsgesprächen etc.,
      • Fördern und Koordinieren der Weiterbildungsarbeit in den Landesvereinigungen,
      • Pflege des Berufsbildes,
      • verkehrspolitische und berufsständige Aktivitäten und Kontakte,
      • bundesweite und internationale Zusammenarbeit mit sonstigen technisch-wissenschaftlichen Vereinigungen,
      • Auswerten und Publizieren von länderübergreifenden Fachthemen
      • Öffentlichkeitsarbeit,
      • Ausloben von Wettbewerben und Auszeichnen preisgünstiger Ingenieurleistungen auf dem Gebiet der Baukultur, des Umwelt- und des Landschaftsschutzes.
    • In dieser Satzung werden also erstmals Ziele und Aufgaben der Vereinigung formuliert und konkretisiert.
  • Erweiterung der Mitgliedschaft
    Nach der neuen Fassung des § 3 gibt es neben den Landesvereinigungen kooperative Mitglieder. Bisher gab es nur die Mitgliedschaft der FGSV. Nun wird an weitere Vereine oder Einrichtungen, wie zum Beispiel an die Straßenliga oder die GSV, gedacht. Dementsprechend wird auch der § 4 Mitgliederbeiträge - dahingehend ergänzt, dass Beiträge der kooperativen Mitglieder im Einzelfall auf Grund von Vereinbarungen zu regeln sind.
  • Bei den Organen der Vereinigung tritt nach § 5 an Stelle des seitherigen Präsidiums die Präsidialversammlung, wobei die Präsidialversammlung aus den Mitgliedern des geschäftsführenden Präsidiums, den Vorsitzenden der Landesvereinigungen und dem Vorsitzenden der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) besteht.
  • Die Delegiertenversammlung findet mindestens alle zwei Jahre - im Gegensatz zur seitherigen einjährigen Regelung - statt und wird im Rahmen einer Jahrestagung abgehalten. Die Tagesordnung der Delegiertenversammlung wird ergänzt, indem unter Punkt 8 jeweils Aufgaben und Ziele der nächsten Wahlperiode zu beraten sind.
  • Das geschäftsführende Präsdiums wird in Anlehnung der Regelung für die Delegiertenversammlungen für zwei Jahre (seither 3) gewählt, wobei die Mitglieder in ihrer jeweiligen Funktion für eine weitere Periode wiedergewählt werden können.
  • Der Geschäftsführer wird auf Vorschlag des geschäftsführenden Präsidiums von der Präsidialversammlung bestellt.
  • Zu den Aufgaben des geschäftsführenden Präsidiums gehört von diesem Zeitpunkt an auch die Bestellung und Auflösung der Arbeitsgruppen.
  • Im neuen § 8 werden unter der Überschrift Fachausschüsse und Arbeitsgruppen die Aufgaben dieser Einrichtungen näher beschrieben. Sie dienen zur Vorbereitung von Entscheidungen der Präsidial- und der Delegiertenversammlung, sowie zur Umsetzung der Aufgaben der Bundesvereinigung. Die Bestellung neuer Fachauschüsse bedarf eines Beschlusses der Präsidialversammlung.
  • Nach § 9 ist einer der Rechnungsprüfer alle zwei Jahre (seither 3 Jahre) neu zu wählen
  • Einen Antrag auf Auflösung der Bundesvereinigung können 1/3 der Mitgliedsvereinigungen oder 1/3 (seither 3/4) der Delegierten stellen . Der Auflöungsbeschluss bedarf weiterhin 2/3 der anwesenden Delegiertenstimmen.

Die unter dem damaligen Präsidenten Dr.-Ing. PETER SIEBEL von der VSVI Bayern erarbeitete Satzung von 1993 beseitigte alle Mängel der seitherigen Satzung und berücksichtigte die allgemeine Entwicklung im Straßenbau. Wichtig war die Neuformulierung des Zweckes und der Aufgaben der BSVI. Diese Satzung gilt bis auf eine geringfügige Änderung, die bei der 32. Delegiertenversammlung am 8. 10. 1999 in Hamburg beschlossen wurde, noch heute. Geändert wurde lediglich die Amtszeit des Schatzmeisters, die auf 4 Jahre festgelegt wird, wobei für ihn eine nochmalige Wiederwahl möglich ist.

Bezüglich der Satzungen der BSVI bleibt abschließend festzustellen, dass die Arbeit der Vereinigung von ihrer Gründung im Jahre 1963 bis zum Jahr 1981 problemlos auf der Grundlage einer "vorläufigen" Satzung abgewickelt wurde. Erst die Notwendigkeit einer Eintragung in das Vereinsregister und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit erforderten eine gründliche Überarbeitung, wobei die Kernpunkte der ursprünglich Satzung erhalten blieben. Auch bei den weiteren Änderungen und Überarbeitungen blieb der Kern der Gründungssatzung bestehen.

Delegiertenversammlungen und Jahrestagungen

Die Delegiertenversammlung als "oberstes Organ" der Bundesvereinigung hat sich seit der Gründung bewährt. Sie fand bis zum Jahr 1993 jedes Jahr einmal und ab diesem Zeitpunkt alle zwei Jahre im Rahmen einer Jahresversammlung statt. Die Zweckmäßigkeit für einen Zwei-Jahresrhythmus ergab sich aus der Festlegung der Wahlperioden für das geschäftsführende Präsidium und der Rechnungsprüfer. Dementsprechend wird seit 1993 auch der Haushalt jeweils als Doppelhaushalt für zwei Jahre aufgestellt und verabschiedet. Die Beitragsfestsetzung erfolgt ebenfalls für zwei Jahre. Neben den in der Satzung festgelegten Regularien dient die Delegiertenversammlung dem jeweiligen Gedankenaustausch und dem gegenseitigen Kennenlernen. Aus diesem Grund wurde von Anfang an auf einen ständigen Wechsel der Versammlungsorte hingewirkt.

Von den bisherigen 33 Delegiertenversammlungen fanden jeweils 4 in Niedersachsen, Nordrhein- Westfalen und Hessen, je 3 in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Berlin und Rheinland-Pfalz, 2 in Schleswig-Holstein und je eine im Saarland, in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt statt. Die 34. Delegiertenversammlung im Jahre 2003 wird im Zusammenhang mit dem 40-jährigen Jubiläum der BSVI in Sachsen (Dresden) stattfinden. Die seit 1994 zwischen den Delegiertenversammlungen liegenden Jahrestagungen wurden 1994 in Bremen, 1996 in Sachsen (Leipzig), 1998 in Berlin, 2000 in Baden-Württemberg (Stuttgart ) und 2002 in Niedersachsen (Wolfsburg) durchgeführt. Die Orte und genauen Daten der Delegiertenversammlungen und Jahrestagungen sind aus der Übersicht auf Seite 12-16 ersichtlich. Als besonders fördernd für das gesellschaftliche Leben wirkten sich die Abendveranstaltungen aus, die auf Einladung der gastgebenden Landesvereinigung stattfinden. Dabei kommen die kulturellen Eigenheiten und auch die kulinarischen Spezialitäten des Landes zur Geltung.

In der 4. Delegiertenversammlung im Jahre 1968 in Wiesbaden wurde angeregt, die Versammlung mit einer öffentlichen Veranstaltung zu verbinden, um nach außen in Erscheinung zu treten. Die darauf geführte Diskussion kam zu dem Ergebnis, ein Auftreten der BSVI in der Öffentlichkeit zu bejahen. Dieser Gedanke hat sich in den folgenden Jahren durchgesetzt. Es fanden im Rahmen der Delegiertenversammlungen jeweils Fachvorträge und Diskussionsveranstaltungen statt, bei denen aktuelle Themen behandelt wurden, die sich nicht nur auf den Verkehrsbereich beschränkten.

Von besonderer Bedeutung war die 26. Delegiertenversammlung am 21. September 1990 in Neustadt an der Weinstraße, an der erstmals Delegierte aus vier neuen Bundesländern teilnahmen. Auch ist die 28. Delegiertenversammlung am 17. September 1992 in Erfurt als erste in den neuen Bundesländern zu erwähnen. An ihr nahm das einzige Mal ein Bundesverkehrsminister – GÜNTHER KRAUSE – an einer derartigen Veranstaltung teil.

Präsidium und geschäftsführender Vorstand, Präsidialversammlung und geschäftsführendes Präsidium

Nach den bis 1981 geltenden Fassungen der BSVI Satzung entsandte jedes Mitglied (jede Landesvereinigung) einen Vertreter in das Präsidium. Diese konnten - bis auf die durch die Delegiertenversammlung in den geschäftsführenden Vorstand gewählten Mitglieder - jederzeit ausgewechselt werden. In der Delegiertenversammlung wurde aus dem Präsidium der geschäftsführende Vorstand, bestehend aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und dem Schatzmeister, gewählt. Die Wahl erfolgte bis 1967 jeweils nur für ein Jahr, ab 1967 auf 3 Jahre. Mit der Satzung von 1981 wird aus dem geschäftsführen-den Vorstand das geschäftsführende Präsidium gemäß § 26 BGB, das von da ab zu den sogenannten "Organen" der BSVI gehört. Die Wahl erfolgt weiterhin für 3 Jahre. Nach der 1993 geltenden Satzung obliegt dem geschäftsführenden Präsidium

  • die Vereinigung zu leiten,
  • die Präsidialversammlung und die Landesvereinigungen zu unterrichten,
  • die Delegierten- und die Präsidialversammlung einzuberufen und zu leiten und dazu
    • die Tagesordnung aufzustellen,
    • den Geschäftsbericht vorzulegen,
    • den Haushaltsplan aufzustellen,
  • Beschlüsse der Delegiertenversammlungen auszuführen,
  • Arbeitsgruppen zu bestellen und aufzulösen.

Ab 1993 tritt an Stelle des Präsidiums die Präsidialversammlung, die aus den Mitgliedern des geschäftsführenden Präsidiums, den Vorsitzenden der Landesvereinigungen und dem Vorsitzenden der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen besteht. Das geschäftsführende Präsidium bleibt unverändert, jedoch wird die Wahlperiode in Anlehnung an den Rhythmus der Delegiertenversammlungen auf zwei Jahre reduziert.
Die in der Satzung beschriebenen Aufgaben des Präsidiums werden im Wesentlichen entsprechend der schon bisher praktizierten Handhabung vom geschäftsführenden Präsidium übernommen. Aufgabe der Präsidialversammlung ist die Überwachung des Vollzugs des jährlichen Haushalts und die Bestellung des Geschäftsführers.

Das Präsidium bzw. die Präsidialversammlung als zweihöchstes Organ der Vereinigung tagt in der Regel 2 bis 3 mal im Jahr. Davon findet eine Sitzung im Vorfeld einer Delegiertenversammmlung bzw. einer Jahrestagung statt. Bei der Wahl der Präsidenten und der Vizepräsidenten wurde - wie bei den Standorten der Delegiertenversammlungen - von Anfang an darauf geachtet, möglichst alle Landesvereinigungen gleichmäßig zu berücksichtigen. So verteilen sich die bisherigen BSVI-Präsidenten auf alle alten Bundesländer, von denen bisher je zweimal Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und Saarland und je einmal Schleswig- Holstein (Gründungspräsident), Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg und Hessen den Präsidenten stellten. Von den neuen Bundesländern kam bisher nur Mecklenburg- Vorpommern zum Zuge. Um eine gewisse Kontinuität in der Arbeit des geschäftsführenden Präsidiums sicher zu stellen, wurde ab 1978 angestrebt, zum jeweiligen Vizepräsidenten den voraussichtlich künftigen Präsidenten zu wählen. Dies ist seither auch im Allgemeinen gelungen.

Eine sehr große Beständigkeit ist bei den Schatzmeistern der BSVI zu verzeichnen. Auf DR. JOACHIM SCHMIDT aus Niedersachsen von 1963 bis 1965 folgte von 1966 bis 1989 Herr KARL BERNHARD von der VSVI Hamburg. Von 1990 bis 1993 oblag Herrn GÜNTER JUNG von der VSVI Nordrhein-Westfalen und von 1993 bis 1996 Herrn GEORG RASCH von der VSVI Niedersachsen die Kassenführung. Seit 1997 ist Herr STEFAN EISENBLÄTTER von der VSVI Thüringen und Niedersachsen Schatzmeister.

Geschäftsstelle und Geschäftsführung

Nach den bis 1981 geltenden vorläufigen Fassungen der BSVI-Satzungen war der Sitz der Vereinigung jeweils der Dienstort des amtierenden Präsidenten. Dementsprechend erfolgte auch die Geschäftsführung an dessen Dienstort. Die Amtszeit betrug bis 1969 ein Jahr und ab 1969 drei Jahre. Es zeigte sich relativ bald, dass die Geschäftsführung bei der laufend steigenden Mitgliederzahl und den wachsenden Aufgaben nicht ohne zusätzliche Hilfe zu bewältigen ist. Ab 1976 wurde deshalb eine Geschäfts-stelle in Bonn eingerichtet und Herr HERBERT KÜHN von der Forschungs-gesellschaft für das Straßen- und Verkehrswesen mit der Geschäftsführung beauftragt. Die Satzung wurde deshalb im Jahr 1981 geändert. Nun bestellt das Präsidium bzw. die Präsidialversammlung den Geschäftsführer bzw. die Geschäftsführerin auf Vorschlag des geschäftsführenden Präsidiums. Dem Geschäftsführer kann durch das geschäftsführende Präsidium Vollmacht zur Vertretung der Vereinigung erteilt werden. Er hat an allen Präsidialsitzu-ngen teilzunehmen. Im Jahr 1980 wurde Herr Dr. KLAUS SCHWARZLOSE unter Beibehaltung der Geschäftsstelle in Bonn Nachfolger von Herrn KÜHN.

Ihm folgte 1984 unter gleichzeitiger Verlegung der Geschäftsstelle nach Düsseldorf Frau BRIGITTE GOMANI. In Düsseldorf wurden entsprechende Räume bei dem VDI angemietet. Man versprach sich dadurch eine bessere und kooperative Zusammenarbeit der beiden großen Ingenieurverbände. Nachdem diese Kombination wegen der unterschiedlichen Interessenlage nicht den erwünschten Erfolg hatte, erfolgte 1987 die Verlegung der Geschäftsstelle nach Hannover. Hier war sie zunächst räumlich zusammen mit der Geschäftsführung der VSVI Niedersachsen untergebracht. 1989 wurden dann eigene Räume im Hause des Verbandes der Bauwirtschaft Niedersachsen in der Eichstraße angemietet, in denen die Geschäftsstelle noch heute ist. Frau GOMANI oblag die Geschäftsführung bis 1993. Nach einem Jahr ohne Geschäftsführer und einer Zwischenlösung in den Jahren 1994 und 1995 wurde ab 1. März 1996 Frau ROSEMARIE HOLLROTTER zur Leiterin der Geschäftsstelle bestellt, die dieses Amt heute noch innehat. Die Lösung der zentralen Geschäftsführung, wie sie seit 1976 praktiziert wird, hat sich bewährt.

Finanzierung und Jahresbeitrag

Die Finanzierung der Aufwendungen der BSVI erfolgt durch Umlage bei den Mitgliedern (Landesvereinigungen), wobei von der Gründung bis zum Jahr 1971 ein Beitrag von 1,- DM/Mitglied und Jahr erhoben wurde. In den folgenden Jahren entwickelten sich die Jahresbeiträge/Mitglied wie folgt:

1971-1973 3,- DM
1974-1975 4,50 DM
1976-1977 8,- DM (davon 5,40 DM an den ZBI)
1981-1982 16,- DM (Vollmitgliedschaft im ZBI)
8,- DM für Ruheständler
1983-1985 18,- DM
9,- DM für Ruheständler
1986-1990 16,- DM (Austritt aus dem ZBI)
8,- DM für Ruheständler
8,- DM für Mitglieder der neuen Bundesländer
4,- DM für Ruheständler der neuen Bundesländer
1991-2001 18,- DM
9,- DM für Ruheständler

 

Ab 2002 wurde der Mitgliedsbeitrag auf EURO umgestellt und beträgt nunmehr 9,20 EUR/Mitglied bzw. 4,60 EUR für Ruheständler.

Zusammenarbeit mit anderen Ingenieurverbänden und anderen Institutionen

Zusammenarbeit mit dem ZBI (Zentralverband der Ingenieurvereine)

Schon in der 3. Delegiertenversammlung 1966 in Hannover beschäftigten sich die Delegierten mit dem Problem des "Anschlusses an einen alle Ingenieure umfassenden Verband". Gedacht war – entsprechend dem Antrag des Landes Schleswig- Holstein - an einen Anschluss an den ZBI. Zunächst wurde eine "korrespondierende" (also lockere) Verbindung angestrebt. Diese wurde in den folgenden Jahren immer wieder diskutiert. Umstritten war der Beitritt wegen der hohen Kosten und auch wegen der unterschiedlichen Interessenlage, da der ZBI in erster Linie berufsständische Ziele verfolgte. 1970 wurde ein Antrag des Landesverbandes Schleswig-Holstein auf Beitritt zum ZBI als außerordentliches Mitglied mit 42 : 48 Stimmen abgelehnt. Ein erneuter Antrag fand in der Delegiertenversammlung 1971 in Stuttgart mit 70 : 36 bei 6 Enthaltungen Zustimmung. Danach war die BSVI im Hauptvorstand des ZBI durch 2 Mitglieder vertreten, unter anderem durch seinen Präsidenten. Die Art der Mitgliedschaft und auch die Art der Mitwirkung im ZBI blieb weiterhin umstritten und wurde in jeder Delegiertenversammlung erneut und kontrovers diskutiert. 1976 kam es bei der Delegiertenversammlung in Köln zur Abstimmung über eine Vollmitgliedschaft, der mit 120: 8 bei 11 Enthaltungen ab 1977 zugestimmt wurde. Auf Grund der teilweise sehr unterschiedlichen und kontroversen Meinungen innerhalb der BSVI über den Sinn und insbesonders über die Effektivität der Mitgliedschaft bei den relativ hohen Mitgliedsbeiträgen und der damit hohen finanziellen Belastung der BSVI wird die Vollmitgliedschaft 1983 wieder gelöst und durch ein Kooperationsabkommen ersetzt, das eine volle Mitwirkung (allerdings ohne Stimmrecht) in allen Gremien des ZBI gewährleisten sollte. Auch die Wirksamkeit dieses Abkommens blieb innerhalb der Mitglieder des BSVI äußerst umstritten und führte zu erheblichen Spannungen zwischen den einzelnen Landesverbänden. Um eine Zerreißprobe innerhalb der BSVI zu vermeiden, kam es schließlich zur Kündigung des Kooperationsabkommens durch Beschluss der Delegiertenversammlung im Jahre 1986 in Stuttgart mit 105 : 42 bei 2 Enthaltungen. Daraufhin sind die Landesvereinigungen von Berlin und Niedersachsen als Einzelverbände Mitglied im ZBI geworden.

Zusammenarbeit mit anderen Ingenieurverbänden

Im Gegensatz zur Zusammenarbeit mit dem ZBI hat sich das Verhältnis zu anderen Ingenieurverbänden positiv entwickelt. Das von Anfang an beabsichtigte Arbeiten mit der Forschungsgesellschaft für das Straßen- und Verkehrswesen wurde 1969 in der Satzungsänderung im Jahre 1969 geregelt. Die Forschungsgesellschaft trat als Mitglied in die BSVI ein. Seit der Neufassung der Satzung im Jahre 1993 gehört der Vorsitzende der Forschungsgesellschaft zur Präsidialversammlung. Auf der Gegenseite ist der Präsident der BSVI Mitglied des Vorstandes der FGSV. Damit ist eine starke Bindung zwischen Forschungsgesellschaft und BSVI entstanden. Positiv ausgewirkt hat sich auch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Straßenliga, der GSV (Gesellschaft für den Bau umweltverträglicher Verkehrswege), dem VDI (Verein deutscher Ingenieure) und dem Deutschen Verband Technisch-Wissenschaftlicher Vereine. Um eine engere Zusammenarbeit mit anderen Ingenieurverbänden zu ermöglichen, wurde in der Satzung von 1993 die "kooperative Mitgliedschaft" geschaffen. Von dieser Möglichkeit haben verschiedene Verbände Gebrauch gemacht.

Zusammenarbeit mit dem Deutschen Straßenmuseum in Germersheim

Alternativer Text

In den Jahren 1987/88 entstand in Rheinland-Pfalz der Gedanke zur Gründung eines Straßenmuseums. Am 11. Januar 1989 hat sich dann in Germersheim der zur Gründung des Museums erforderliche Verein von Angehörigen der Straßenverwaltung Rheinland-Pfalz, Mitgliedern der VSVI, sowie aktiven und pensionierten Fachleuten aus dem Straßenbau konstituiert . Das Museum erhielt zunächst den Namen "Straßenmuseum Rheinland- Pfalz", da sich zuerst alle Aktivitäten auf das Gebiet von Rheinland-Pfalz bezogen. Als Museumsgebäude konnte das alte und heruntergekommene fast vergessene Zeughaus der ehemaligen Festung Germersheim gewonnen werden.

Bereits am 23. Oktober 1990 wurde das Museum eröffnet. Es gewann durch seine Einmaligkeit sehr schnell an Bedeutung. Besucher kamen aus der ganzen Bundesrepublik. Hinsichtlich der Ausstellungsinhalte, der Herkunft der Mitglieder des Trägervereins und der Sponsoren wurde der Gebietsbereich des Landes Rheinland-Pfalz sehr bald überschritten, so dass durch Satzungsänderung am 1. Juni 1995 der Verein und damit auch das Museum in Deutsches Straßenmuseum umbenannt wurde. Zur Zeit wirken drei Landesverwaltungen, Rheinland- Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, an der Museumsarbeit mit. Die Mitwirkung weiterer Länder der Bundesrepublik wird angestrebt.

Alternativer Text

Auch sind heute insgesamt acht Landesvereinigungen, nämlich die VSVI von Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Saarland, Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern Mitglieder des Museumsvereins. Dadurch hat sich von Anfang an eine gute Zusammenarbeit zwischen der BSVI und dem Straßenmuseum ergeben, So wurde die erste Veranstaltung der renommierten Vortragsreihe des Museums mit der Bezeichnung "Forum im Museum" am 9. Juli 1993 mit einem Vortrag des Philosophen Professor Dr. Hermann Lübbe aus Zürich über das Thema "Kulturelle Konsequenzen des technischen Fortschritts" gemeinsam mit der BSVI und der VSVI durchgeführt. Seit dem Jahr 2000 ist die BSVI auch Mitglied des Museumsvereins und unterstützt damit die Arbeit des Museums finanziell. Es wird von der BSVI angestrebt, in der Zukunft die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Straßenmuseum noch zu verstärken.

stilistisches Aufrissbild eines Jahrbuchs

Unser Archiv

bietet einen Überblick über 
Ingenieurbaukunst und die BSVI 
über die Jahrzehnte

Ausschussarbeit der BSVI
Arbeitsausschüsse und Arbeitsgruppen, Koordinierungsausschuss
Gründung

Nach der Satzung der BSVI konnte der Präsident Fachausschüsse und Arbeitskreise berufen, die sich aus ihrer Mitte die Vorsitzenden wählten. Die Satzung hat mehrfach Änderungen erfahren, wobei der jeweilige Präsident bzw. das Präsidium massgebliche Vorgaben und Erfahrungen eingebracht haben. So heißt es heute, dass das geschäftsführende Präsidium Fachausschüsse und Arbeitsgruppen zur Vorbereitung der Entscheidungen der Präsidialversamm-lung und der Delegiertenversammlung, sowie zur Umsetzung der Aufgaben der Bundesvereinigung einsetzen kann. Jede Landesvereinigung war aufgerufen, in die Fachausschüsse Mitarbeiter zu entsenden, die der Aufgabenstellung entsprechend besondere Erfahrungen einbringen konnten. Da diese Kollegen oft schon den gleichen Aufgabenbereich in ihrer Landesvereinigung abdeckten, ergab sich durch den Informationsfluss über die Gesamtheit der Landesvereinigungen gleichfalls ein beachtenswerter Rückfluss von Erkenntnissen in der Arbeit der Länder.
Entsprechend dem satzungsgemäßen Auftrag technische, wissenschaftliche, berufsständische und verkehrspolitische Bestrebungen auf Bundesebene zu pflegen, hat die BSVI auf der 1. Delegiertenversammlung 1965 zunächst die beiden Fachausschüsse für "berufsständische Fragen" und für "berufliche Fortbildung" gegründet. Erst 1973 kam der "Grundsatzausschuss" hinzu, der sich vorerst mit Satzungsfragen der BSVI und einer Bundesmustersatzung der VSVI'en und später mit Straßen- und Verkehrspolitik befassen sollte. In Anpassung an die Satzung bzw. die Aufgaben wurden dann in den Jahren 1981/82 der Grundsatzausschuss in "Ausschuss für Verkehrspolitik" und der berufsständische Ausschuss in "Ausschuss für Berufspolitik" durch jeweilige Präsidiumsbeschlüsse umbenannt. Anfang der 70er Jahre ruhte die Arbeit des "Ausschusses für berufliche Fortbildung". Er wurde später als "Ausschuss für Ingenieuraus- und -weiterbildung" wieder reaktiviert.

Ausschutzvorsitzende

Ausschuss für berufsständische Fragen (bis 1981)
Ausschuss für Berufspolitik (1981-1998)

1965-68 Dipl.-Ing. Bernhard Klaue (NI)
1968-78 Dipl.-Ing. Gert Willert † (SH)
1978-91 Dipl.-Ing. Helmut Nikolaus (NW)
1991-93 Dipl.-Ing. Werner Döhling (HE)
1993-98 Dipl.-Ing. Wolf-Dietrich Prager (SH)

Grundsatzausschuss (bis 1982)
Ausschuss für Verkehrspolitik (1982-98)

1973-77 Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Schmidt (NW)
1977-80 Dipl.-Ing. Heinz Böhnisch (HE)
1980-88 Dr.-Ing. Heinz Dressel (SH)
1988-91 Dipl.-Ing. Claudius Rotter (RP/SL)
1991-93 Dipl.-Ing. Wennemar Gerbens (NW)
1993-96 Dipl.-Ing. Werner Gautsch (HE)
1996-98 Dipl.-Ing. Jürgen Fellmann (NI)

Ausschuss für berufliche Fortbildung (bis 1970)
Auschuss für Ingenieuraus- und -weiterbildung (1977-98)

1965-68 Dr.-Ing. Ludwig Völkl (NI)
1968-70 Dr.-Ing. Heinz Jagau (HB)
1977-79 Dipl.-Ing. Heinrich Marg (HE)
1979-87 Prof. Hans-Günther Prehn † (NI)
1987-93 Dr.-Ing. Heinz Jagau (HB)
1993-97 Dipl.-Ing. Gerhard Bischof (ST)
1997-98 Dipl.-Ing. Uwe Dewes (NW

Koordinierungsausschuss seit 1998

1998-2007 Dipl.-Ing. Christiane Ehrhardt (TH)
ab 2007 Dipl.-Ing. Konrad Rothfuchs (HH)

Reform der Ausschussarbeit

Mitte der neunziger Jahre begann die Präsidialversammlung über die Reform der Ausschussarbeit nachzudenken. Drei Fachausschüsse mit Teilnehmern aus 15 Landesverbänden sprengten den finanziellen und organisatorischen Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit. Ziel der angestrebten Reform war es, die Effektivität der Ausschussarbeiten zu steigern und gleichzeitig die Kosten zu senken. Eine Arbeitsgruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, eine Lösung zu finden, ohne eine Satzungsänderung auf der Ebene der Bundesvereinigung erforderlich zu machen.

Nach längerer intensiver und auch kontroverser Diskussion auf Bundesebene und in den Landesvereinigungen zeigte die Reformarbeit des geschäftsführenden Präsidiums und der Präsidialversammlung Erfolg. Die bisherigen drei Ausschüsse der BSVI – Verkehrspolitik, Berufspolitik und Ingenieuraus- und -weiterbildung sind in einem Koordinierungsausschuss zusammengefasst worden. Die Ausschussarbeit ist damit grundlegend in ihren Strukturen verändert worden. Während der Jahresversammlung der BSVI am 23. Oktober 1998 in Berlin ist der Wechsel in der Ausschussarbeit vollzogen worden.

Die Arbeit des Koordinierungsausschusses ist seitdem in einer Geschäftsordnung geregelt. Jede Landesvereinigung benennt für maximal zwei mal drei Jahre ein Mitglied und einen Stellvertreter. Aus der Mitte des Ausschusses wird der Vorsitz und Vertretung gewählt. Präsidialversammlung oder geschäftsführendes Präsidium stellen ein Arbeitsprogramm auf bzw. geben Ad-hoc-Aufträge weiter. Anschließend bildet der Koordinierungsausschuss Arbeitsgruppen zu den jeweiligen Themen. Geleitet werden die Gruppen von einem Ausschussmitglied. Neben weiteren ein bis zwei Mitgliedern aus dem Ausschuss wird zusätzlicher Sachverstand durch Vertreter aus den VSVILandesverbänden oder durch externe Dritte hinzugezogen. Die Arbeitsergebnisse werden direkt der Präsidialebene zugeleitet.

Dipl.-Ing. Christiane Ehrhardt (VSVI Thüringen)

In seiner konstituierenden Sitzung hat der Koordinierungsausschuss Frau Dipl.-Ing. Christiane Ehrhardt (VSVI Thüringen) zu seiner ersten Vorsitzenden gewählt. Die wesentliche ,neue' Aufgabe des Koordinierungs-ausschusses ist es somit, aktuelle Themenfelder, die für die BSVI relevant sind, informativ, plakativ und medienwirksam aufzubereiten. Die Arbeits-ergebnisse des Ausschusses stellen für die BSVI ein wesentliches Mittel zur öffentlichkeits-wirksamen Außendarstellung dar und haben dementsprechend einen hohen Stellenwert für die Vereinigung. Neben Themen der Verkehrspolitik und der Standes-vereinigung bildet der BSVI-Preis mit seiner sehr hohen Medienpräsenz auch weiterhin einen Schwerpunkt der Arbeit des Ausschusses. Insgesamt hat die Ausschussarbeit durch die Reduzierung der Anzahl der ständigen Ausschussmitglieder und der direkteren Kommunikationswege zwischen den Ebenen eine deutliche Straffung der Arbeit erfahren. Eine zeitnähere Bearbeitung der Aufträge und zusätzliche Impulse durch fachlich ausgewählte VSVI-Experten unter Beibehaltung der föderalen Vielfalt der Landesvereinigungen im Koordinierungsausschuss sind positive Effekte der Reformarbeit. Selbstverständlich hat der Koordinierungssauschuss auch ein Initiativrecht für eigene wichtige Themenstellungen.

Arbeitsergebnisse der Ausschüsse

In den 3 Ausschüssen für "Grundsatzfragen / Verkehrspolitik", "berufsständische Fragen / Berufspolitik" und "Ingenieurausund -weiterbildung" wurde ein Arbeitspensum bearbeitet, das im Rückblick betrachtet einen Zeitspiegel über die Stellung des Ingenieurs in der Gesellschaft und das Berufsfeld des Strassenbau- und Verkehrsingenieurs skizziert. So wurden auch eine Anzahl von Gesprächen mit Politikern, Hochschulprofessoren, maßgeblichen Wirtschaftsverbänden, relevanten anderen Berufsverbänden geführt, die zur Vorbereitung von Stellungnahmen, Resolutionen, Veröffentlichungen und Ausstellungen führten. Sicher können und sollen wegen der Fülle nicht alle Punkte aus der 40-jährigen Geschichte aufgeführt werden, jedoch kann ein Abriss das Bemühen und das Erreichte von unseren in den Ausschüssen ehrenamtlich mitarbeitenden Kollegen aufzeigen. Auf eine Grussbotschaft des 1. BSVI-Präsidenten an den Bundesverkehrsminister im Jahre 1965 teilte der damalige Bundesverkehrsminister, Dr.-Ing. Seebohm, der BSVI in einem Antwortschreiben sein grosses Interesse und die Unterstützung bei der Behandlung von Fragen der fachlichen Fortbildung und der Lösung von berufsständischen Problemen mit. In den ersten Jahren galt das Bemühen einer Sicherung unseres Titels Ingenieur. Mit den Ingenieurgesetzen der Länder in den Jahren 1970/71 kam es endlich zu einem Schutz der Berufsbezeichnung "Ingenieur / Ingenieurin". Schon im Jahr 1973 gab die BSVI eine erste Veröffenlichung über "Ausbildung von Bauingenieuren" als Anleitung für Schulabsolventen heraus mit Darstellung des Studieninhaltes Bauingenieurwesen. In den weiteren Jahren folgte eine intensive Diskussion über die Ingenieurausbildung der Zukunft. Anstoß gab das Hoch- schulrahmengesetz mit Diplomierungs-, Nachdiplomierungsund Promotionsregelungen. Zur Reform von Studium und Prüfungen wurden Studienreformkommissionen in den Ländern eingerichtet, in denen die BSVI und die Landesvereinigungen durch Vertreter auf entsprechende Aufnahmeanträge beteiligt waren. Auf der 11. Delegiertenversammlung 1975 in Kassel wurde außerdem hierzu eine Pressemitteilung verabschiedet, die sich gegen ein Kurzzeit-Ingenieurstudium wendet. Ende der 70er Jahre beschäftigte man sich mit den auseinander driftenden Landesbauordnungen und mit den Einschränkungen im Bauvorlagerecht für Bauingenieure. Die Forderung ging an alle Bundesländer auf eine uneingeschränkte Vorlageberechtigung für Bauingenieure und Architekten. Anlässlich der Delegiertenversammlung 1984 in Hannover führte eine Ausschussvorlage zu einer Resolution für die Einrichtung von Ingenieurkammern in allen Bundesländern, da sich immer noch einige Länder politisch mit der Einrichtung dieser für alle am Bau tätigen Ingenieure schwer taten. Die Errichtung von Kammern wurde aber zur Wahrung von Berufs- und Standesinteressen für notwendig gehalten. Inzwischen sind in allen Bundesländern Ingenieurkammern eingerichtet.

Der Ausschuss für Berufspolitik mahnte schon Anfang 1984 einen fortschreitenden Strukturwandel im Hinblick auf die Verdrängung von Fachbeamten aus den höheren technischen Verwaltungspositionen an. Auf der Delegiertenversammlung 1976 in Köln wurde nach längerer Diskussion und Beantragung der Beitritt zum Zentralverband der Ingenieurvereine (ZBI) als großem Dachverband beschlossen. Die Kollegen der Ausschüsse für Berufspolitik und für Ingenieuraus- und -weiterbildung: Prof. Hans-Günther Prehn, Prof. Berthold Voth, Dipl.-Ing. K. H. Müller, Dipl.-Ing. Reinhold Schneider, Dipl.-Ing. Dieter Hein, Dipl.-Ing. Hartmut Franzke, Dipl.-Ing. Gunter Kamp, Dipl.-Ing. Wolfgang Holschuh und Dipl.-Ing. Hans-Günter Schiborski waren in verschiedenen Arbeitskreisen wie Ingenieurausbildung, Ingenieur im Öffentlichen Dienst und Ingenieure in der Gesellschaft vertreten. Der Vorsitzende des Ausschusses für Berufspolitik der BSVI, Herr Dipl.-Ing. Helmut Nikolaus, war einige Jahre Vizepräsident des ZBI.

Schon im Jahre 1969 wurde der Gedanke geboren, einen Unterausschuss für einen Ingenieurwettbewerb zu bilden. Mitglieder waren vor allen Dingen Universitätsprofessoren und Verwaltungschefs unter dem Vorsitz von Oberbaudirektor Konrad- August Damm. Mit diesem Wettbewerb sollten insbesondere junge Ingenieure angesprochen werden. Geplant war, den Wettbewerb alle zwei Jahre auszuschreiben, den 1. Preis mit 10.000,- DM zu dotieren und den Bundesminister für Verkehr für die Verleihung zu gewinnen. Dieses Konzept wurde auf der Delegiertenversammlung 1970 gutgeheissen, aber bereits 1971 wieder zu Grabe getragen. Der Schinkel-Preis-Wettbewerb in Berlin als Konkurrenzveranstaltung und hohe Bearbeitungskosten begründeten diesen Entschluss. Erst im Jahre 1982 wurde der Gedanke unter dem Präsidenten Dipl.-Ing. Helmut August wieder aufgegriffen und der zuständige Fachausschuss unter der Leitung von Herrn Dipl.-Ing. Helmut Nikolaus beauftragt, einen BSVI-Preis mit dem Motto "Straßen für den Bürger" zu entwickeln. Der Preis soll dazu dienen, Beispiele umweltgerechten Straßenbaues die als vorbildlich anzusehen sind und einen gerechten Umgang mit Ansprüchen von Mensch und Umwelt erkennen lassen, auszuzeichnen. Seitdem sind in zunächst dreijähriger Folge und später wegen des hohen Arbeitsaufwandes in vierjähriger Folge Preise ausgelobt und bearbeitet worden.
Die Ergebnisse der Wettbewerbe sind als Dokumentation bei den Preisverleihungen vorgestellt worden und später als Wanderausstellung durch die Landesvereinigungen gegangen. Zum Zwecke der Aus- und Fortbildung wurden über Jahre enge Kontakte zu allen Seminarbeauftragten der Landesvereinigungen gehalten und auf dieser Basis eine Zusammenstellung und Empfehlung von Themen für Seminare und Vortragsveranstaltungen als Loseblattsammlung erarbeitet. Hierbei sind auch die beiden Seminare über "Qualitätsmanagement" und "Öffentlichkeitsarbeit bei Straßenplanungen und Straßenbauarbeiten" hervorzuheben, die den Landesvereinigungen für Veranstaltungen angeboten wurden.

Im Jahre 1982 wird vom Präsidium beschlossen, sich um einen Kontakt und Umgang mit gesellschaftspolitisch relevanten Institutionen zu bemühen. Dieser Aufgabe stellten sich aus den Ausschüssen Prof. Hans-Günter Prehn für eine Verbindung zum VDI, Dipl.-Ing. Wolfgang Hohlschuh zur ÖTV im Bundestechnikerausschuss, Dipl.-Ing. Hans-Günter Schiborski zum- DAG-Bundesfachgruppenvorstand Technik ÖD und Oberprüfungsamt in Frankfurt und Dipl.-Ing. Hartmut Franzke zum DBB-Bund technischer Beamten.
Die Mitarbeit in diesen Verbandsgremien war eine willkommene Möglichkeit unsere Vorstellungen von der gesellschaftlichen Stellung der Ingenieure mit einzubringen. Das ging natürlich nicht ohne dass sich unsere Kollegen selbst in den jeweiligen Organisationen engagierten. Die Wahrnehmung dieser Mandate wurde bis zur Auflösung der Fachausschüsse im Jahre 1998 fortgesetzt.

Die allgemeine Nachwuchssorge und der eklatante Rückgang der Studienbewerber für das Studienfach Bauingenieur- und Verkehrswesen forderten Mitte der 80er Jahre eine Befassung mit dieser Problematik förmlich heraus. Unter dem Arbeitstitel "Berufsbild 2000" fand zunächst eine groß angelegte Bestandsabfrage bei den Technischen Universitäten/Hochschulen, Fachhochschulen und dem Oberprüfungsamt für den höheren technischen Verwaltungsdienst in Frankfurt/Main sowie dem Baugewerbe und der Bauindustrie statt. Hieraus wurden Überlegungen für den zukünftigen Ingenieurbedarf angestellt. In dem Berufsbild sollten dann auch die Ausbildung zum Straßenbau- und Verkehrsingenieur, seine Verantwortung im Beruf und die Ingenieuraufgaben der Zukunft angesprochen werden. Der Fakultätentag Bauingenieur- und Vermessungswesen und der Fachbereichstag Bauingenieurswesen befassten sich ebenfalls mit dem Problem des Rückganges der Studienbewerber für dieses Fachgebiet. Was lag also näher als eine gemeinsame Veröffentlichung herauszugeben. Im Mai 1990 war die Broschüre fertiggestellt und wurde unter dem Namen "Bauingenieure im Verkehrswesen -Aufgaben, Verantwortung, Studium, Zukunft" von der BSVIzusammen mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Jürgen W. Möllemann, in Münster der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit der Broschüre wurden gezielt u. a. Schulen und Arbeitsämter angesprochen.

Die Ausschüsse griffen Meldungen in den Medien und von Politikern auf und bereiteten Pressemitteilungen und Briefe an die zuständigen Minister des Bundes und der Länder oder Ministerkonferenzen (Kultusministerkonferenz) für die Präsidenten oder die Delegiertenversammlung vor. Dabei wurden Themen wie Verdrängung von Straßenbauingenieuren aus Städtebauwettbewerben, Aufnahme der Verbandsklage im Bundesnaturschutzgesetz, zur Studienreformkommission, Einführung der HOAI, Lärmschutzgesetzgebung, Salzverwendung auf den Straßen und die Anwendung von Herbiziden aufgegriffen. Hervorhebenswert sind hierbei auch die auf den Delegiertenversammlungen verabschiedeten Briefe und Resolutionen an den Bundeskanzler, an die zuständigen Fachminister oder die Haushalts- und Verkehrsausschüsse, worin auf die volle Anerkennung des Deutschen Ingenieurs im EWG/EU-Bereich und die u. E. zu geringe Mittelbereitstellung für die Unterhaltung und den Ausbau des Straßennetzes hingewiesen wurden. Nach der Wiedervereinigung wurde ein Brief des Präsidenten, Herrn Dipl.-Ing. Manfred Werz, an die Ministerpräsidenten der neuen Länder und den Staatssekretär im BMV über die Sorge für eine mögliche schnelle Gleichstellung der Ingenieure zum Erhalt der Personalkapazitäten in Verwaltung und Bauwirtschaft vorbereitet.
Die Themenpalette der Veröffentlichungen in den neunziger Jahren war stark geprägt von den verkehrspolitischen Diskussionen der Zeit. Mit kritischen Beiträgen zum "Kampf der (Verkehrs-) Systeme" und einer zunehmenden Öffnung zu neuen Themenkomplexen wurden Beiträge zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen geliefert. Standardwerke, wie Verkehr in den Städten und Verkehr 2000 beschäftigen sich mit verkehrsträgerübergreifenden multimodalen Ansätzen einer sozial- und umweltgerechten Verkehrspolitik. Als weitere zukunftsweisende Themen wurden Privatfinanzierung von Verkehrswegen, der Einsatz von Telematik und Visionen im Verkehrswesen, aber auch immer wieder Grundsatzthemen, wie Grenzen der Einsparungen und Neuorientierung der Straßenbauverwaltungen aufgegriffen. Einen Höhepunkt der Arbeit des Koordinierungsausschusses war sicherlich die umfangreiche Ausstellung Wege zu mehr Verkehrssicherheit, die mit Begleitheft erstmals in der Geschichte der BSVI in fast allen Landesvereinigungen mit der Präsentation in vielen unterschiedlichen öffentlichen Räumen vertreten war. Genau 30 Jahre nach Herausgabe einer Broschüre zur Ausbildung von Bauingenieuren hat die BSVI im Jahr 2003 erneut Informationen für Schüler und Studenten in einem Informationsblatt zusammengefasst, um so auf die künftige Berufssituation der Bauingenieure im Verkehrswesen und die Chancen und Möglichkeiten hinzuweisen. Die BSVI erfüllt mit dieser aktuellen, plakativen und informativen Schrift eine ihrer wichtigsten Aufgaben, die Werbung für den Nachwuchs im Berufsstand und später natürlich in den Landesvereinigungen der BSVI. Zur ergänzenden Information bietet die BSVI seit Mitte 2000 auch im Internet eine Übersicht der Ziele, Aufgaben und Aktivitäten der Vereinigung. Weiterhin dient der Auftritt unter den Internet-Adressen www.bsvi.de/ und www.vsvi.de/ als Portal für die Landesvereinigungen, die alle mit eigenen landesspezifischen Präsentationen vertreten sind. Ziel des Portals ist es, eine ständige zeitgemäße Weiterentwicklung des Angebotes mit Äußerungen zu aktuellen fach- und standespolitischen Themen, Präsentation von wesentlichen Arbeitsergebnissen des Ausschusses und der Landesvereinigungen zu gewährleisten. Insgesamt bilden die zahlreichen informativen und kreativen Broschüren der BSVI das breite ingenieurmäßige Wissen und die gesellschaftspolitische Verantwortung der Mitglieder der Vereinigung ab. Die Publikationen und Präsentationen dienen der Information der Mitglieder, wenden sich an die Fachöffentlichkeit und politische Entscheidungsträger.

Öffentlichkeitsarbeit und Veröffentlichungen

In den 40 Jahren BSVI sind in den Fachausschüssen und Arbeitskreisen eine Vielzahl von Themen bearbeitet worden, deren Ergebnisse durch Veröffentlichungen allen VSVI-Mitgliedern für deren Berufsarbeit als Hilfestellung und zur Weiterbildung zugänglich gemacht wurden. Darüber hinaus sind damit die Medien, Politiker, Universitäten, Schulen, Arbeitsämter und Verwaltungen angesprochen worden, um auf die Aufgaben und Arbeiten der BSVI aufmerksam zu machen. Das Spektrum der nachstehenden Veröffentlichungen reicht von Erhebungen über Verkehrsdaten, Behandlung von straßenbaupolitischen Fragen, dem Beziehungsfeld zwischen Straße und Schiene innerhalb eines integrierten Verkehrssystems, zu Vorschlägen zur Finanzierung und Einsparungen, Lösungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit wie Einsatz der Telematik, Verwaltungsstrukturveränderungen hin zur Darstellung des Berufsbildes des Bauingenieurs im Verkehrswesen.

Präsentation auf Veranstaltungen

Mitglieder der zuständigen Fachausschüsse haben Veranstaltungen organisiert, an denen andere relevante Institutionen teilgenommen haben, waren auf Messen vertreten und haben somit die Interessen der BSVI und seiner Mitglieder wahrgenommen. Die Mitwirkung an den Veranstaltungen führte zu Nachfragen über die Aktivitäten der BSVI aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland und zu spontanen Mitgliedsgesuchen von Einzelpersonen und Firmen. Einige Beispiele sollen diese Aktivitäten beleuchten:

  • 1970 BSVI und VSVI Rheinland-Pfalz und Saarland veranstalteten in Koblenz eine Tagung der Professoren des Straßen- und Verkehrswesens zum Thema "Ziele und Lehrinhalte zur Ausbildung von Bauingenieuren auf dem Gebiet des Straßenverkehrswesens"
  • 1982 Symposium des VDI in Bonn über Ingenieure im Öffentlichen Dienst
  • 1982 Technikerkongress des DBB
  • 1987 Messe "public design", in Frankfurt mit dem BSVI-Preis 1987
  • 1988 Internationale Verkehrsausstellung (IVA) in Hamburg, mit dem BSVI-Preis 1987
  • 1988 Internationale Straßen- und Verkehrskonferenz in Berlin, mit dem BSVI-Preis 1987
  • 1988 Im Rahmen der Bundespressekonferenz anlässlich der "Bonner Tage in Berlin" mit der Vorstellung der Broschüre "Daten zum Straßen- und Verkehrswesen"
  • 1988 Veranstaltung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR)
  • 1989 Baumaschinenmesse (Bauma) in München. Mitveranstalter eines Kolloquiums "Recycling - Umweltschutz - Straße" und mit der Ausstellung des BSVI-Preises 1987
  • 1989 BSVI und VDI veranstalten gemeinsam in Hannover die Tagung "Reifen - Fahrwerk - Fahrbahn"
  • 1990 Internat. Konferenz "Stadtverkehr wohin?" in Düsseldorf, mit der BSVI-Ausstellung "Wege zu mehr Verkehrssicherheit 1990"
  • 1990 Deutscher Straßen- und Verkehrskongress in Nürnberg, mit dem BSVI-Preis 1990 und der Ausstellung "Wege zu mehr Verkehrssicherheit"
  • 1991 Baufachmesse in Leipzig, mit 2 Vortragsveranstaltungen und dem BSVI-Preis 1990
  • 2002 Präsentation der Ausstellung "Wege zu mehr Verkehrssicherheit" in den Bundesländern
  • 2007 Deutscher Ingenieurtag Mannheim
  • 2007 Fakultätentag für Bauingenieure und Geodäsie e.V.
Der BSVI-Preis
wurde unter dem Motto "Straßen für den Bürger" zwischen 1984 und 2010 verliehen